Montag, 18. März 2019

Workshop mit Ines !


Hallo alle Zusammen!

 Nach einigem Organisationschaos können wir uns auch mal wieder melden... ;)

Von Montag dem 11.03. bis Mittwoch dem 13.03. haben wir zusammen mit Ines, von der Organisation Humanity & Inclusion, einen Workshop für die Schwestern und Postulantinnen organisiert. Teilgenommen haben dabei auch Schwestern aus anderen Centern der Ordensgemeinschaft. Alle drei Tage empfanden wir als sehr intensiv und informativ. Viele der Schwestern und Postulantinnen des Ordens haben im Allgemeinen keine Ausbildung absolviert, wodurch der Workshop eine sehr gute Chance für sie bot, vieles über Menschen, die mit eine Beeinträchtigung leben, zu lernen und ihren eigenen Umgang und ihr Handeln zu reflektieren und den Ergebnissen entsprechend zu verändern, falls gewollt. Gleiches gilt natürlich auch für uns, als Freiwillige.

Ines selbst ist eine ausgebildete Physiotherapeutin, die sich ein Jahr in Indien im Berreich Zelebralparese (Dieses ist eine Störung der Körperkoordination) spezialisiert hat. Momentan arbeitet sie für die Organisation Humanity & Inclusion. Diese Organisation wurde vorher Handicap International genannt und steht für die Rechte von Menschen, die mit einer Beeinträchtigung leben, ein.

Die Morgende haben jeweils mit theoretischem Input begonnen, welcher am Nachmittag von praktischen Übungen abgelöst wurde. Zwei Gruppenarbeiten während den theoretischen Teilen brachten Abwechslung und die Teilnehmer/-innen konnten vorhandene Problematiken, welche in dem Center vorliegen, sammeln und Lösungsansätze finden. Begonnen und beendet wurde der Workshop mit einem Test, um sich zum Einen genau auf Wissenslücken fokussieren zu können und zum Anderen das gewonnene Wissen zu verinnerlichen.

Der Workshop wurde in Kinyarwanda, der Landessprache Ruandas, gehalten. Für uns haben die Lehrerin und der Physiotherapeut übersetzt, da unsere Kenntnisse in Kinyarwanda für tiefgreifend fachliche Themen noch nicht ausreichend vorhanden sind. Danke, für für die Übersetzung !
Die wesentlichen Themen in dem theoretischen Teil:



-Was eine Behinderung überhaupt ist
-Was die Gründe der Entstehung einer Beeinträchtigung sein können -Was die Probleme und Barrieren von Menschen mit einer Beeinträchtigung und ihren Familien im Alltag sind

Es wurden aber auch Fragen wie: „Darf ein Mensch mit einer Behinderung Schwester in einem Orden werden oder in der Kirche heiraten?“ von der Referentin Ines gestellt und diskutiert. Herausgestochen ist hierbei der Satz: „Disability is not inability“. Dieses Bedeutet, dass ein Mensch mit einer Beeinträchtigung nicht unfähig ist, sondern vieles schaffen und erreichen kann. Zudem wurden Unterthemen, wie Conflict-management behandelt und es wurde speziell auf das Center geschaut. Dabei konnten zunächst Probleme und Herausforderungen gesucht und gemeinsam für diese einzelnen Punkte Lösungen gesucht und nach Tipps geschaut werden. Weiterhin  wurde das Thema Autismus und der Umgang damit behandelt.

In der Praxis wurde vor allem das richtige Anreichen von Essen, das Umkleiden, das Zähneputzen und die richtigen Sitz-/Liege- und Standpositionen trainiert. Wichtig war hierbei auch das Thema Kommunikation. Ines zeigte uns allen, wie man sich die Zeit für jede*n Einzelne*n nimmt und ihnen in jedlichen Situationen erklärt, was gerade gemacht wird und passiert. Außerdem wurde darauf geachtet, dass die betreuende Personen auch auf sich selbst und vor allem ihren Rücken achtgeben müssen. Dafür wurden Techniken des Hebens und Tragens erlernt.




Wir danken Ines sehr für ihre Zeit und ihren super strukturierten und hilfreichenden Workshop. Wir sind uns sicher, dass die Schwestern, Postulantinnen und wir viel daraus mitnehmen werden und uns allen nun mehr bewusst ist, wie wir das Leben im Center durch unser Verhalten und unseren Umgang mit den Menschen erleichtern und verbessern können.
Außerdem möchten wir auch allen Teilnehmer/-innen für die Motivation, die Offenheit und die gelungene Zusammenarbeit danken!


Murakoze cyane!

Sonntag, 27. Januar 2019

Wir sind zurück.

Wir sind wieder zurück in Rwanda/Kigali , unserer zweiten Heimat, und wir freuen uns riesig alle Freunde, Bekannte und natürlich das Center mit allen Beteiligten wiederzusehen. Einen ganzen Monat waren wir unterwegs und haben unglaublich viel erlebt und gesehen.
Um euch einen einen Eindruck zu geben, was in der langen Zeit passiert ist, geben wir euch einen kleinen Überblick:

Weihnachten & Jahreswechsel
auf Zanzibar gemeinsam mit 12 weiteren Freiwilligen des Bistum Münsters, welche in Tanzania Sumbawanga, Tanzania Iringa, Südafrika und Uganda eingesetzt sind.






Zwischenseminar
in Tanzania/Bagamoyo vom 03.01. bis zum 10.01. gemeinsam mit den bereits erwähnten Freiwilligen, 4 weiteren Freiwilligen der  Organisation "Eine Welt Netz" und ehemaligen Freiwilligen als Seminarleiter/innen.
Die behandelten Themen waren:

03.01. Donnerstag:
- Anreise+Ankommen
- Kennenlernen, Befindlichkeit
- Orga +Plannung

04.01. Freitag:
- Reflektion: ein Blick auf mich und meine letzten Monate --> "Fieberkurve"
- Klimawandel, Umweltzerstörung
- Abendimpuls: Film "Tomorrow"

05.01. Samstag:
- Projektgespräche: Gruppen-/ Partner- und Einzelgespräche
- Erwartungsdruck
- Leseecke

06.01. Sonntag:
- Kolonialismus und Geschichte Bagamoyos
-Rassismus, Privilegien und Perspektive hält
- Abendimpuls: Film "Blickwechsel"

07.01. Montag:
- kritischer Blick auf Freiwilligendienste und Entwicklungszusammenarbeit / Verantwortung
- Nord-Süd-Süd-Nord: Austausch und Diskussion/ Workshop mit den Leitern der tansanischen Organisation: Tanzania Youth Coalition (TYC)

08.01. Dienstag:
- Gruppengespräch über verschiedene Themen, neue oder schon behandelte
- Verantwortung + Handlungsperspektiven
- weiteres Gruppengespräch: über Umwelt, Berufsfindung oder Rassismus (Kleingruppen)
- Abendimpuls: Film " The Butterfly-Circus"

09.01. Mittwoch:
- Ein Blick in die Zukunft/ 2. Halbjahr --> Ziele und Wünsche
- Rückkehr nach Deutschland /Abschied im Projekt

10.01. Donnerstag:
- Gestärkt zurück ins Projekt
- Abschluss + Abschied
- Abreise
Das Seminar war für uns super bereichernd. Es hat uns unglaublich viele Denkanstöße mitgegeben, die wir auch mit in unseren Alltag nehmen möchten. Auch der intensive Austausch über gleiche aber auch gegensätzliche Erfahrungen und Meinungen mit den anderen Freiwilligen war für uns absolut positiv.
Insgesamt hat diese Zeit unsere Freiwilligengruppe nocheinmal um einiges gestärkt.
Danke an alle, die das Seminar so besonders gemacht haben !!


Tanzania Sumbawanga und Iringa
Nach dem Seminar haben wir unsere Mitfreiwilligen aus Sumbawanga und Iringa besucht und ihre Projekte kennengelernt. Es war gut, die Projekte und auch die Umgebung kennenzulernen, in denen die Freiwilligen ihr Jahr verbringen, um beispielsweise Erzählungen besser nachvollziehen zu können und für uns war es zudem sehr spannend noch weitere Orte kennenlernen zu können.

Für alle, die Interesse haben, sind hier nocheinmal die Adressen der Projekte:
Iringa: https://welcometoiringa.worldpress.com/
Sumbawanga: https://sumbawangat4nsania.worldpress.com

Damit endet unser Reisemonat und wir können motiviert in die zweite Hälfte des Freiwilligendienstes starten ! 


Freitag, 11. Januar 2019

Vorurteile..

Mit diesem Blogeintrag möchten wir ein Thema ansprechen, welches uns während unserer Reise, besonders im Zwischenseminar aber auch auf Zanzibar besonders beschäftigt hat.
Dazu möchten wir euch einen Ausschnitt aus unserem Urlaub erzählen:
Wir kamen ein paar Tage vor Weihnachten in unserer Unterkunft mit insgesamt 14 deutschen Freiwilligen auf Zanzibar an. Der Strand war nur 5 Fußminuten entfernt und alle freuten sich, die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel gemeinsam feiern und genießen zu können. Konkret bedeutet dies: Tagsüber zum Strand - Abends feiern, auch mal ein bis zwei Bier trinken und die gemeinsame Zeit genießen, nachdem man sich 5 Monate nicht mehr gesehen hatte.
Kurz nach unserer Ankunft zog eine 5-köpfige Familie ebenfalls in die Unterkunft ein. Vater, Mutter und 3 Söhne im Alter von 9,9 und 10 Jahren.
Schnell fiel vielen von uns auf, dass die Kinder sich stundenlang mit Tablets beschäftigten und wir begannen uns zu wundern, wie das sein konnte. Wenn wir uns nach dem Frühstück direkt auf den Weg zum Strand machten, waren die Jungs bereits an ihren Tablets und wenn wir gegen Mittag wieder zum Hotel kamen, saßen sie noch immer an ihren Tablets.
Es taten sich regelrechte Diskusionen in unserer Runde auf, mit Themen, wie:
"Wie kann man einen Urlaub nur so verbringen?"
"Wie kann man seine Kinder nur so erziehen? - Ran an's Tablet und die Eltern können chillen"
"Wie halten die Kinder es aus, ohne etwas vom Strand oder der Umgebung gesehen zu haben? - Wahrscheinlich haben sie es nicht anders gelernt."
"Wie kann man überhaupt jedem seiner 3 Kinder ein Tablet kaufen und dann auch noch selbst eins besitzen?"
"Typisch Amerikaner" etc...

An Heiligabend hatten wir als Freiwilligen-Gruppe zusammen in unserer Unterkunft gekocht und luden die besagte Familie zum gemeinsamen Essen ein. Es war ja schließlich Weihnachten und die Kinder sollen den Abend schön verbringen können.
Die Eltern schienen über die Einladung sehr überrascht aber nahmen sie gerne an.

Während des Essens führten wir das erste Mal ein richtiges Gespräch mit der Familie und schon nach wenigen Minuten wurde uns klar, dass all unsere Diskussionen und Gedanken absolut überflüssig waren.
Die Familie erzählte uns, dass sie gemeinsam auf Weltreise sind, um die Welt zu erkunden und Kulturen aktiv kennenlernen zu können. Aus dem Grund sitzen die Kinder am Vormittag auch vor ihren Tablets: Die Eltern geben ihnen nämlich Privatunterricht und so können sie digital auf Bücher und Aufgaben zugreifen. Auch während Konversationen mit den Kindern direkt stellte sich heraus, dass jeder von ihnen unglaublich intelligent ist und für das entsprechende Alter einen extrem hohen Wissensstand und zudem außerordentliche soziale Kompetenzen besitzen.

Tatsächlich stellte sich einige Tage später bei einem weiteren Gespräch mit der Familie heraus, dass auch sie sich vor Heiligabend und der ersten Unterhaltung ein Bild von uns gemacht hatten. Sie dachten, dass wir ein Haufen junger Erwachsener sind, die ausschließlich zum ausgiebigen Feiern nach Zanzibar gekommen sein. Die Rolle als Freiwillige hätten sie uns anfangs nicht zugeschrieben.

Im Nachhinein kreisten sich die Themen unserer Diskussionen um:
"Wie konnten wir uns die Geschichte der Familie zurechtlegen, bevor wir überhaupt mit ihnen gesprochen hatten?"
"Dabei waren wir uns alle ziemlich sicher, dass wir als eine grundsätzlich sozial eingestellte Gruppe reflektiert denken."
"Woher nehmen wir uns ein solches Recht?"
"Beeinflussen Vorurteile tatsächlich so stark unser alltägliches Leben?" etc...

Uns hat dieses Treffen sehr zum Denken angeregt und wir sind froh, diesen Spiegel vorgehalten bekommen zu haben. In Zukunft möchten wir mehr darauf achten, wie voreilig wir Schlüsse ziehen, um Missverständnisse direkt vermeiden zu können und vielleicht entstehen durch mehr Kommunikation und Offenheit viele tolle und überraschende Begegnungen, wie diese es zuletzt auch wurde.

Für alle Interessierten hier die Blogadresse der Familie :

https://tesseractworldschool.wordpress.com

Samstag, 15. Dezember 2018

Der letzte Eintrag im Jahr 2018


Hallöchen !

Bevor wir uns in unsere Tansania-Reise verabschieden, wollen wir auch euch gerne die Möglichkeiten geben, durch das Video, das Center anders zu erkunden.
Dieses Video haben wir im Rahmen einer Erntedankfeier der KLJB Molbergen (Gemeine St. Johannes- Baptist) erstellt. Es wurde vor Ort in einer Messfeier gezeigt. Die Reaktion darauf war unbeschreiblich und hiermit wollen wir uns vom ganzen Herzen für das große Interesse und die Spenden bedanken. Uns erreichen während der Zeit hier immer wieder schöne Worte aus der Heimat, sowie unerwartete Spenden. Wir können nur beteuern, wie sehr es uns freut, wie viele Menschen an unserem Projekt teilhaben wollen und es unterstützen möchten.

DANKESCHÖN!  MURAKOZE CYANE!








Außerdem haben wir für die Vorweihnachtszeit einen Tag für die Bewohner gestaltet. Es kamen weitere deutsche Freiwillige und Menschen, die wir hier in Ruanda kennengelernt haben, zu Besuch ins Center, um den Morgen mit Kennenlernen, Gesang und Tanz zu beginnen. Nach dem Mittagessen gingen alle Bewohner und freiwilligen Helfer einige Stunden spazieren und besuchten das naheliegende Cricket-Stadion. Das Schönste war, dass sich auch fremde Menschen und Kinder uns angeschlossen haben um unseren Zug zu begleiten und in Kontakt mit uns allen zu treten.







Wir wünschen schöne und besinnliche Feiertage - bis im nächsten Jahr!

Montag, 10. Dezember 2018

Vorweihnachtliche Neuigkeiten



Mwiriwe!

Es gibt weitere Neuigkeiten vom Center und von uns…

Unter anderem gab es Neuanschaffungen für die Bewohner: Es wurden drei neue Rollstuhle angeschafft. Davon haben wir einen aus dem Solidaritätstopf des Bistum Münsters, die anderen Zwei  mithilfe lokaler Spenden bezahlt. Wir sind total glücklich, da die Bewohner nun an ihre Körperhaltung angepasste Rollstühle erhalten haben und wir jetzt die Möglichkeit haben, Spaziergänge zu machen. Außerdem wurden die Rollstühle hier vor Ort in Ruanda gebaut. Desweiteren haben wir mit dem Geld aus dem Solidaritätstopf eine Wand gekauft, die an der Montessouri-Pädagogik angelehnt ist. Durch die Nutzung der Wand wird mithilfe alltäglicher Gegenstände die Fein- und Grobmotorik trainiert und die Funktionalität der Gegenstände spielerisch erläutert.






 Übrigens möchten wir euch eine schöne Adventszeit wünschen. Es  fand sogar ein deutscher Weihnachtsmarkt hier in Kigali statt. Die Waffeln, der Glühwein und Apfelpunsch haben uns, trotz des warmen Wetters, für kurze Zeit in Weihnachtsstimmung gebracht. Diese Weihnachtsstimmung haben wir durch einen selbst gebastelten Adventskalender in das Center gebracht. Für jeden Tag gibt es ein Foto aus dem Center.
Zudem fanden vom 1. bis zum 10. Dezember die sogenannten Prayers statt. Dabei kommen rund 50 weitere Schwestern des Ordens in das Center und sie beten in diesen 10 Tagen gemeinsam. In dieser Zeit sind die Ferien der Bewohner. Fünf der Bewohner verbringen die Adventszeit bis Neujahr in ihren Familien. Der Großteil der Bewohner hat diese Möglichkeit leider nicht, da sie keine Familienangehörigen haben, diese zu weit weg leben oder nicht bekannt sind. Für diejenigen, die im Center bleiben, wird zu Weihnachten etwas besonderes gekocht und sie feiern gemeinsam mit den Schwestern diese Feiertage.






Unsere Feiertage dieses Jahr feiern wir gemeinsam mit anderen Freiwilligen des Bistum Münsters auf Zanzibar. Von dort gehen wir zusammen zum Seminar, welches auch in Tansania stattfinden wird und am 03.01. beginnt. Wir werden danach zudem das Projekt von unseren Mitfreiwilligen in Iringa besuchen. Wir werden also ca. einen Monat in Tansania verbringen. Wenn wir dann Ende Januar wieder in Ruanda sind, heißt es schon Halbzeit für uns… Wahnsinn wie die Zeit vegeht!

Euch allen schonmal: Noheli nziza n’umwaka mushya muhire! ( Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr)

Mittwoch, 28. November 2018

Neuigkeiten




Hallo Zusammen!

In der Zwischenzeit hat sich so einiges im Center verändert:

Zum Einen ist die Lehrerin Constanine nach dem drei monatigen Mutterschutz seit dem 22.11. wieder in der Klasse tätig. Darüber freuen wir und besonders die Schüler sich, da Constantine allen sehr gefehlt hat. Mit viel Energie können wir jetzt gemeinsam den Unterricht gestalten. Hierzu gab es  bereits ein Gespräch, in welchem wir gemeinsam mit Constantine den Unterricht neu strukturiert haben. Die Erfahrungen von Constantine wurden wahrgenommen und sowohl unsere eigenen Ideen sind in die Planung mit hineingeflossen. Eine besondere Veränderung bezüglich des Unterrichts, ist die Unterrichtseinheit der sogennanten „Soial Studies“. In dieser Einheit reden wir gemeinsam mit den Schülern über das alltägliche Leben. Genauer gesagt bedeutet das: „Woraus besteht ein Haus?“, „Welche Körperteile hat der Mensch“ etc.. Wir sind von dieser Einheit sehr begeistert, da sie den Schülern grundlegende Kenntnisse gibt.
Übrigens waren wir am 25.11. bei der Taufe des Kindes von Constantine eingeladen und durften dort einen sehr schönen Tag verbringen.

von links: Marie, Alfred (Man von Constatine), Constantine (hier in einem traditionellen ruanischen Kleid), Freundin der Familie mit dem Taufkind Theresa, Juliane



Außerdem beendeten die 9 Postulantinnen ihren einjährigen Dienst in dem Center. Somit erreichten sie eine weitere Etappe, um eine Ordensschwester in dem Orden „Inshuti z’Abakene“ zu werden. In der Woche vom 12.-16.11. sind 9 neue Postulantinnen in das Center eingezogen und werden 1 Jahr hier verbringen und arbeiten. Es gab eine Woche Überschneidungszeit, in der sie von den Ordensschwestern und alten Postulantinnen eingearbeitet und auf das bevorstehende Jahr vorbereitet wurden. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit !
Auch bezüglich der Ordensschwestern gibt es eine Veränderung. Schwester Christine verließ am 27.11. das Center, um nun in einem anderen Center des Ordens mitzuwirken. Sie hatte einen überaus guten Bezug zu den Bewohnern und wir sind alle sehr traurig, dass sie nun nicht mehr täglich im Center zu sehen sein wird.

In dieser Zeit des Abschieds möchten wir der Ersatzlehrerin, den Postuantinnen und Schwester Christine für die tolle Arbeit und die schöne gemeinsame Zeit danken. Wir wünschen ihnen alles erdenklich Gute für die Zukunft und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen. Es hat uns viel Freude bereitet, mit ihnen zusammengearbeitet zu haben ! 

links: Constantine (Lehrerin), Sr. Christine, Sylvain (Physiotherapeut)

Zuletzt möchten wir euch über eine schöne Neuerung berichten. Wir haben Eveline durch eine weitere deutsche Freiwillige kennengelernt und mit ihr gemeinsam haben wir ein Projekt gestartet. Eveline kommt aus den Niederlanden und ist schon seit einiger Zeit in Ruanda. Sie ist Yogalehrerin und besucht einmal wöchentlich nachmittags das Center, um für die Kinder und Erwachsenen Yogastunden zu geben. Wir sind ihr überaus dankbar, da sie die Yogastunden in ihrer Freizeit und ohne Vergütung gibt. Sie ist ein wundervoller Mensch, der mit viel Feingefühl, Energie und mit ihren tollen Ideen dazu beiträgt, Abwechslung in den Alltag zu bringen. Die Bewohner haben Eveline schon nach kurzer Zeit ins Herz geschlossen, was wähend der Yogastunden deutlich zu spüren ist.
Yoga ist eine gute Aktivität, die von allen Bewohnern wahrgenommen werden kann. Zum Einen kann Yoga beruhigend wirken, zum Anderen kann es als Sport angesehen werden. Die Aktivitäten in den Yogastunden werden an die Teilnehmenden angepasst, sodass Personen sitzend im Rollstuhl und-oder liegend/ sitzend/ stehend auf der Yogamatte nach ihren Möglichkeiten aktiv teilnehmen können.








Sollten zu einigen Punkten noch Fragen offen sein oder ihr an weiteren Informationen interessiert seid, könnt ihr uns auch gerne per E-Mail eine Nachricht zukommen lassen:

Liebe Grüße aus Ruanda !


Mittwoch, 17. Oktober 2018

Danke für die Unterstützung !


Hallo alle zusammen!😃

Wir hoffen euch geht es gut?! Uns geht es momentan super. Wir haben das Gefühl wirklich angekommen zu sein, im Alltag und in dem Projekt. Wir fühlen uns wohl und haben eine Routine gefunden. Nun sind wir schon zwei Monate hier und wir können es noch gar nicht fassen, wie schnell die erste Zeit hier vergangen ist.

In diesem Eintrag wollen wir uns zunächst ganz herzlich bei all unseren Unterstützern bedanken. Wir möchten vor allem der Pfarrgemeinde St. Andreas und Martinus in Wüllen und Wessum, der Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist in Molbergen und Peheim, als auch dem Musikverein Wüllen 1911 eV und allen Privatspender/-innen einen großen Dank aussprechen, da sie sich bereits im Vorfeld des Freiwilligendienstes dazu entschlossen haben, sich für die Projekte des Bistums Münster einzusetzen.
Wir sind wirklich begeistert, wie viele Spenden zusammengekommen sind und wie atemberaubend groß das Interesse jedes einzelnen an dem Freiwilligendienst und dem Projekt war und auch immer noch spürbar ist.
Außerdem schätzen wir auch sehr das Vertrauen, das uns als Freiwillige durch die Unterstützung geschenkt wurde !
Mittelpunkt des Centers - Grünfläche


Zu den Spenden:
Zusammen mit dem Entsendejahrgang 2018/19 ist ein Solidaritätstopf entstanden, der von allen vorherrschenden Projekten des Bistum Münsters genutzt werden kann. Die Methode des Spendentopfs bewährt sich im Gegensatz zu Direktspenden, da einige Projekte bereits über Jahre Partner des Bistums sind und schon Spenden erhalten konnten , sodass der Grundbedarf gedeckt wurde. Dies schließt jedoch nicht aus, dass sie weiterhin Geld aus dem Spendentopf schöpfen können.
Neuere Projekte können sich durch den Spendentopf auch größere Anschaffungen leisten und das Projekt an sich weiter aufbauen.

Damit ihr euch auch anschauen könnt, welche weiteren Projekte durch den Solidaritätstopf unterstützt werden, möchten wir hier noch weitere Blogs unserer Mitfreiwilligen aus den anderen Ländern aufführen:

Uganda: http://fsj-uganda.blogspot.com/
Tansania-Iringa: https://welcometoiringa.wordpress.com/
Tansania-Sumbawanga:https://sumbawangat4nsania.wordpress.com
Domenikanische Republik: https://freiwillige-rayodesol.jimdo.com/
Mexiko: https://animo.info/blogs/blogs-der-generationen-18-19/
Ghana: www.nachrichten-aus-nsuta.blogspot.com

Für das Projekt, in welchem wir arbeiten („Centre des enfants et jeunes handicapé“ hier gekannt als „inshuti zacu“ übersetzt: „unsere Freunde“) werden beispielsweise regelmäßig Spenden entnommen, um die Lehrerin für Unterrichtsstunden zu bezahlen.
Besonders wir, als Freiwillige haben die Möglichkeit auf den Spendentopf zurückzugreifen, um Erneuerungen für das Projekt zu schaffen oder auch eigene Ideen umzusetzen.

Wenn auch ihr so angetan von dem Projekt seid, wie wir und ihr einen Geldbetrag in den Solidaritätstopf einzahlen möchtet, ist jeder Betrag willkommen und wird ausschließlich den Projekten des Bistum Münsters zugute kommen.
Benötigte Spendenbescheinigungen können vom Bistum Münster auf Wunsch ausgestellt werden. Dazu ist es lediglich erforderlich, den Namen des Spenders und die vollständige Anschrift im Verwendungszweck einzutragen.
Spenden können auf folgendes Konto überwiesen werden:
Bistumskasse Münster
IBAN: DE29 4006 0265 0002 0001 00
BIC: GENODEM1DKM
Verwendungszweck: 2211.02.42261 Name und Anschrift des Spenders

Neben den Spenden aus dem Solidaritätstopf hat das Center noch weitere Einnahmequellen, um sich zu finanzieren.
Das Center besitzt einige Felder, auf denen Mais, Spinat, Kartoffeln, Bohnen, Bananen , Maracuja, Baumtomaten, Ananas und vieles mehr angebaut wird. Außerdem wird Viehzucht betrieben. Es gibt beispielsweise Schweine, Kühe, Hühner, Ziegen und Hasen.
Da die Schwestern alleine nicht die Betreuung der Bewohner des Centers, sowie die Pflege der Felder und der Tiere stemmen können, werden auf dem Gelände des Centers Schlafplätze und Verpflegung für einige Helfer bereitgestellt, welche sich um die Felder und die Tiere kümmern.
Durch den Gewinn der Agrikultur und der Viehzucht können nicht nur Mahlzeiten für die Bewohner frisch hergestellt, sondern auch ein Restaurant betrieben werden, welches für die Öffentlichkeit zugänglich ist.
Zudem befindet sich neben dem Gelände ebenfalls für die Öffentlichkeit erreichbar ein Kiosk, in welchem eigenzubereitete Teigwaren, Eier, Getränke und auch Süßwaren verkauft werden.
Die Einnahmen des Restaurants und des Kiosks kommen dem Center zu Gute.





Wir sind sehr gespannt auf die weitere Entwicklung des Centers und möchten gerne Teil dessen werden. Wir werden euch auf dem Laufenden halten ! 
Wir danken euch für euer großes Interesse, eure Aufgeschlossenheit und euer Vertrauen.
Murakoze cyane (Dankesehr) !😄

Mittwoch, 5. September 2018

Vorstellung des Centers

Hallo zusammen!
Nun sind wir auch im Center richtig angekommen und wollen euch ein wenig darüber erzählen.
Die folgenden Informationen haben wir von Oberschwester Emeritha erhalten. 
Grundriss des Centers, rot markiert: hier halten wir uns am meisten auf






































Die Geschichte und Strukturierung:

Das Center „ Centre des enfants et jeunes handicapé“ (hier gekannt als: Centre Inshuti zacu) wurde am 17.05.2000 durch Mutter Catherine Gènevieve Mduwa Mariya, die Gründerin des Ordens der Schwestern Inshuti z'abakeme aufgebaut. Das Center wird von den Schwestern des Ordens geführt und seit 15 Jahren ist Schwester Emeritha Myirambyizeye die Leiterin. Sie ist gelernte Krankenschwester. Als weitere Unterstützung für die Buchführung hilft Schwester Faina Mukarugwiza. Insgesamt arbeiten und wohnen 12 Schwestern und 9 Postulantinnen auf dem Gelände, welche von einem Physiotherapeuten und einer Lehrerin unterstützt werden (Diese wohnen jedoch nicht im Center).

Gegründet wurde das Center mit drei Bewohnern, wovon zwei von ihnen noch heute dort leben. 
Den Grund, wie das erste dieser drei Kinder zu den Schwestern gekommen ist, möchten wir euch gerne näher bringen: Die Eltern des Kindes waren Flüchtlinge im Kongo und dort ist es auch zur Welt gekommen. Wochen nach der Geburt ist die Mutter gestorben und der Vater kam gemeinsam mit dem Kind nach Ruanda. Für ihn war es durch eine schwere Lungenentzündung und die vorherrschende Behinderung sehr schwer, sich um das Kind zu kümmern. In Kigali angekommen, bat der Vater die Schwestern des Ordens um Hilfe und diese nahmen Vater und Sohn auf, bis es dem Kind besser ging. Daraufhin ging der Vater wieder zurück nach Kongo, um neu zu Heiraten. Zwischenzeitlich kommt der Vater den Bewohner auch noch heute besuchen, wenn es für ihn möglich ist.

Weitere Gründe warum die Bewohner in dem Center aufgenommen werden:
  • Geschichte ist unbekannt, da die Person gefunden wurde und hilfebedürftig war
  • Überforderung der Eltern
  • Armut der Familie
  • Waisenkind mit Behinderung

Momentan kümmern die Schwestern und wir uns um insgesamt 40 Bewohner in der Altersspanne von 2 bis 35 Jahren. Von denen besuchen 16 den Unterricht der Klasse des Centers, welcher durch Englisch, Kinyarwanda, Mathe,Sport und Kreatives, wie basteln und singen gestaltet wird. Während des Unterrichtes wird auf die persönlichen Fähigkeiten jedes Einzelnen eingegangen und dementsprechend Aufgaben ausgearbeitet. Dieses ist notwendig, da das Alter, sowie die Entwicklungsstände, der Schüler stark variiert.


Ein normaler Tagesablauf:
  • der Bewohner: Ab 6 Uhr werden die Bewohner geweckt, gewaschen und umgezogen. Gegen 7 Uhr gibt es Frühstück und zwischen 8:30 - 9 Uhr beginnt der Unterricht. Um 11:30 Uhr wird die Schuluniform gegen Alltagskleidung gewechselt und es folgt das Mittagessen. Nach dem Mittagessen haben die Bewohner Freizeit. Einige bekommen in dieser Zeit Physiotherapie, andere spielen und basteln gemeinsam und Freitags nachmittags steht Sport auf dem Programm oder manchmal einen Ausflug zu den benachbarten Kühen. Es gibt auch die Möglichkeit in der Kapelle auf dem Gelände zu beten. Gegen 18:30 Uhr gibt es Abendessen. Daraufhin werden die Bewohner nach und nach dabei unterstützt, sich für die Nacht vorzubereiten.


  • Von uns: Gegen 7:30 Uhr nehmen wir den Bus Richtung Nyanza, wo wir in einen weiteren Bus umsteigen müssen, um nach Gahanga zum Center zu gelangen. Gegen 8:45 Uhr kommen wir bei dem Center an und gehen gemeinsam in den Unterricht. Da die Lehrerin Ende August Mutter geworden ist und dadurch erst einmal ausfällt, gestalten wir zusammen mit einer Postulantin den Unterricht. Gegen 11:30 Uhr helfen wir den Schülern sich umzuziehen und reichen einigen von ihnen das Mittagessen an. Von 13-13:30 Uhr bekommen wir selbst ein reichhaltiges Mittagessen von den Schwestern zubereitet. Darauf folgt die Gestaltung der Freizeit der Bewohner oder wir unterstützen den Physiotherapeuten in seiner Arbeit. Gegen 16 Uhr verlassen wir dann das Center.

Wir hoffen ihr konntet einen Einblick in unsere Arbeit bekommen. Falls noch Fragen offen sind, könnt ihr euch gerne an uns wenden.






Montag, 13. August 2018

Die erste Woche !


Anreise:
Von Düsseldorf ging es mit einer Stunde Verspätung des Flugzeuges nach Amsterdam. Dort angekommen haben wir die übrig gebliebenen 15 Minuten Umsteigezeit für einen Sprint über den Flughafen genutzt, bevor wir 7,5 Stunden im Flugzeug nach Kigali gesessen haben.
In Kigali angekommen wurden wir sehr herzlich von den jetzigen Freiwilligen, Maria und Lena, empfangen und zu unserem zukünftigen Zuhause gebracht. Eine Pizza später fielen wir erschöpft in unser Bett.

Links: Unsere Wohnung & eine wunderschöne Aussicht.
 
Unsere Küche mit Gasherd, Spülbecken und einem neu angeschafften Kühlschrank ! 

Badezimmer mit kaltem Wasser.

Eins der zwei Schlafzimmer. (Hier: Marie's Zimmer)

Unsere Sitzgruppe im Hauptraum der Wohnung.

Unser Eingang und Essbereich.



Erlebnisse:
Lena und Maria führten uns am ersten Tag in die Stadt Kigali. Der Transport gelang durch Motos (Motorrad-Taxen). Mit einem Hauch von Sprachkenntnissen gingen wir (Marie und Juliane) in dem Großstadtgetummel verloren und kamen zunächst nicht an dem erhofften Treffpunkt an. Durch hilfsbereite Menschen konnten wir Maria und Lena dennoch wiederfinden.
Auffällig war für uns vorallem, dass Verkehrsregeln nicht direkt durchschaubar sind. Man könnte meinen: Eine betätigte Hupe gibt automatische Vorfahrt an. 
 
Der Preis für jede Motofahrt wird mit dem Motofahrer ausgehandelt.



Schon jetzt konnten wir viel von Kigali sehen und viele Menschen kennenlernen. Beispielsweise waren wir zu Besuch bei unserer Vermieterin, durften mit Maria, Lena und ihren Freunden das Nachtleben erkunden, haben versucht auf den verschiedenen Märkten Preise für beispielsweise Obst oder auch Kleidung auszuhandeln.
Unsere erste Tour zu zweit ging zur EXPO in Kigali. Dort stellen Firmen die verschiedensten Produkte aus und viele Handcraft-Artikel sind dort zu finden, sowie typisch ruandische Souvenirs.
Auch unsere Sprachlehrerin haben wir schon kennengelernt und einen Eindruck über den Verlauf des Sprachkurses bekommen. In Zukunft werden wir uns 2-3 mal die Woche mit ihr treffen, um uns in der Landessprache Kinyarwanda verständigen zu können.
 
Transport von einer enormen Menge an Bananenstauden.

Der Kimironko-Markt. Hier kann man sich beispielsweise Stoffe auswählen und Kleidung von Näherinnen angepasst schneidern lassen.




Ein für Ruander wichtiges Fest, die Taufe, durften wir schon miterleben. Sylvian, der Physiotherapeut des Centers,in dem wir zukünftig arbeiten werden, hat uns zu der Taufe seines Sohnes eingeladen. Es war eine sehr schöne Feier bei ihm Zuhause mit vielen Menschen und einer vorherigen dreistündigen Messe. Alle Gäste haben eine kurze Rede mit Glückwünschen für den Getauften gehalten und Geschenke überreicht. Nach dem "formellen" Teil  wurde viel gesungen, getanzt und gegessen. Wir haben uns sehr über die Einladung gefreut und konnten dadurch einen Ausschnitt der ruandischen Kultur kennenlernen.
  




Das Center in Gahanga haben wir ebenfalls besucht und haben uns den Kindern, den Schwestern und der Lehrerin vorgestellt. Zurzeit finden die "prayers" in dem Center statt. Dieses bedeutet, dass viele Schwestern des Ordens in dem Center zusammenkommen und gemeinsam beten. In dieser Zeit indet kein Unterricht für die Kinder statt, sodass wir nach den prayers mit unserer Arbeit beginnen können.
Sobald wir das Center besser kennen, werden wir einen eigenen und ausführlichen Blog-Eintrag darüber veröffentlichen. 
Bis dahin leben wir uns hier ein und wünschen Maria und Lena schöne letzte Tage in Ruanda, eine entspannte Heimreise und gutes Ankommen zurück in Deutschland. Murakoze für die super Einführung und die für uns genommene Zeit!