Muraho,
wie die Zeit vergeht! Mittlerweile sind wir tatsächlich
schon seit vier Wochen hier in Kigali, der Hauptstadt Ruandas und sind noch
immer beeindruckt von der erstaunlichen Ausstrahlung dieser Stadt. Anlässlich
dieses vierwöchigen „Jubiläums“,
melden wir uns nun, nachdem wir uns letzte Woche vorgestellt haben, mit unserem
ersten richtigen
Blogeintrag. Heute möchte ich euch vor
allem berichten, wie wir hier wohnen, leben und was wir neben unserer Arbeit
bisher erlebt haben.
Zu dritt wohnen wir in einem kleinen Haus in Gikondo, einem
Stadtteil im Süden Kigalis. Wir haben alle unser eigenes Zimmer und ein großes
Wohn- und Esszimmer mit einem gemütlichen Sofa. Um zur Küche und zum Waschraum
zu gelangen, geht man über unsren kleinen Hinterhof, auf dem wir abends mit
Freunden gerne gemütlich zusammensitzen. Mit unserer Hängematte und unserer
heranwachsenden Avocado Plantage bekommt unser Haus immer mehr einen
persönlichen Touch. Und auch mit unseren (wie viele wissen wir nicht) Mitbewohnern,
niedlich aussehenden und harmlosen Hauseidechsen verstehen wir uns blendend-nur
manchmal fällt es ihnen schwer unsere Privatsphäre zu akzeptieren und sie
statten uns doch einen Besuch beim Duschen ab. Direkt zu Anfang haben wir auch
gelernt, dass man sich auch nach einer „Dusche“ aus einer Wanne sauber und
frisch fühlen kann – dennoch ist die Freude bei uns allen groß, wenn wir
fließend Wasser haben.
In der Woche arbeiten wir drei im
„Centre Inshuti Zacu“ in Gahanga. Dies ist ein von Schwestern geführtes Center
für Menschen mit Behinderungen. Die Bewohner*innen sind zwischen 3 und 34 Jahre
alt. Da wir dort zu dritt arbeiten, können wir uns am Vormittag gut aufteilen:
Zwei von uns unterstützen die Lehrerin im Unterricht. Dort werden auf
spielerische Art und Weise die Fächer Mathe, Gesellschaftskunde, Englisch und
Kinyarwanda (die Bantusprache Ruandas) unterrichtet. Von der Lehrerin bekommen
wir gezeigt, welche Übungen, für welche der Kinder gut geeignet sind. Schon nach
diesem ersten Monat, haben wir die Bewohner*innen recht gut kennen- und
einzuschätzen gelernt und ich denke, dass wir durch die Unterstützung der
Lehrerin in den nächsten Wochen noch mehr von den einzelnen Kindern lernen
werden.
Die dritte unterstützt den
Physiotherapeuten. In der Physiotherapie werden unter anderem die Muskeln der
Bewohner*innen gestärkt oder das eigenständige Sitzen oder Gehen erlernt. Wir
drei rotieren dabei im Monatsrhythmus, sodass jeder die Chance hat in den
verschiedenen Bereichen zu unterstützen. Momentan ist Nina in der
Physiotherapie und bekommt dort nicht nur gezeigt, wie sie die Bewohner*innen
richtig dehnt und bewegt, sondern auch viel über die einzelnen Krankheitsbilder
erklärt, was für uns sehr hilfreich ist. In der Mittagszeit helfen wir den
Postulantinnen, den Bewohner*innen das Essen anzureichen. Die Postulantinnen,
werdende Schwestern, übernehmen viele Aufgaben im Center. So kümmern sie sich
beispielsweise um die Versorgung der Bewohner*innen, kochen und bewirtschaften die
zum Center gehörenden Felder. Wenn wir eine Frage haben, ist immer jemand zur
Stelle. Danach haben wir unsere
eigene Pause - wir werden immer sehr gut von den Schwestern bekocht und haben
hier schon Essenskombinationen kennengelernt, die wir sie bisher nicht kannten.
So ist es hier üblich Reis und Kartoffeln gleichzeitig zu kombinieren, was wir
schon schätzen und lieben gelernt haben. Auch Kochbanane darf in auf dem
wöchentlichen Speiseplan nicht fehlen. Im Anschluss haben wir die
Möglichkeit den Nachmittag zu gestalten. Häufig spielen wir mit den Kindern im
Schatten auf einer Wiese oder schauen uns die vorbeifahrenden Autos und Motos
auf der Hauptstraße an.
Auch hier in Kigali haben wir, unteranderem durch unsere Vorfreiwilligen, schon guten Kontakt zu einigen Ruandern, mit denen wir uns gerne treffen. Viel Zeit haben wir auch schon auf dem Kimironkomarkt verbracht, wo wir gerne eine befreundete Schneiderin besuchen, die uns auch schon einige tolle Kleidungsstücke und Taschen geschneidert hat. Neuerdings haben wir auch das Yoga für uns entdeckt. Einmal die Woche fordert uns der neue Yogalehrer ordentlich heraus und bringt uns bei Kraft- und Dehnübungen ordentlich zum Schwitzen.
Wie ihr seht, haben wir in unserem ersten Monat hier schon viel Neues erlebt und sind noch immer dabei, alles zu erkunden. Wir genießen die Zeit hier sehr und leben uns immer mehr ein. Ich bin schon überaus gespannt, was in den nächsten Wochen und Monaten auf uns zu kommt und freue mich schon auf unsere neuen Abenteuer.
Bis dahin – Murabeho!
Eure Clara
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