Samstag, 19. Oktober 2019

3 Monate!!!

Muraho!!!

Ehe man sich versieht, sind ganze drei Monate vergangen. Wir haben super viele neue Menschen kennengelernt, Einheimische und deutsche Freiwillige.

Im Center gab es einen Wechsel. Unser Physiotherapeut, Sylvain, musste wegen privaten Gründen seinen Job aufgeben. Als Abschiedsgeschenk bastelten wir für ihn eine Collage, die die gemeinsamen Jahre der Zusammenarbeit und Freundschaft der ehemaligen Freiwilligen zeigt. Kuchen gab es natürlich auch für ihn.





Sein Nachfolger ,Damascene, ist 26 Jahre alt und ist seit kurzem mit seiner Ausbildung fertig. Er war schon einmal 2 Monate im Center, um dort sein Praktikum zu machen. Damit der Wechsel gut funktioniert, wurde er ca. 2 Wochen von Sylvain eingearbeitet.
Auch wir, Larissa und ich, sind dann mit in die Physiotherapie eingestiegen, sodass jeder zwei Tage die Woche die Möglichkeit hat mehr über die Anatomie des Menschen etc. zu lernen. 














Am 4. September ist ein Bewohner des Centers, Hypolite, verstorben. Die Nachricht schockte uns sehr, da wir die Woche zuvor noch mit ihm in der Klasse gearbeitet haben. In der Physiotherapie wurde er aufgebahrt ,um Abschied zu nehmen. An diesem Tag ist der Unterricht ausgefallen und verbrachten ihn anders als geplant. Am darauffolgenden Tag wurde er beerdigt.















Am Abend des 4. Septembers begann für uns die zehnstündige Busfahrt nach Kampala, Uganda. Dort trafen wir uns mit vier anderen Freiwilligen vom Bistum Münster. Wir verbrachten noch einen Tag in Kampala um dann am nächsten Tag eine hucklige Busreise zum Nyege Nyege Festival anzutreten. Dort traten verschiedenste Musiker aus aller Welt wie z.b China, Tansania, Frankreich, Niederlande, Kongo und viele mehr auf.

Nach drei Tagen war es für uns schon zu Ende, da wir alle am nächsten Tag zur Arbeit mussten. Für mich und Larissa ging es am nächsten Tag mit dem Bus zurück nach Ruanda. An der Grenze zu Ruanda musste sich jeder Reisende eine Fieberkontrolle unterziehen, einfach zur Sicherheit wegen Ebola.


Das Festival lag im Ort Jinja, direkt am Nil, in dem wir auch schwimmen gewesen sind !

Künstlerin aus China







































Ende September sind wir an einem Wochenende mit zwei anderen Freiwilligen aus Kigali nach Musanze,ein Ort im Nordwesten Ruandas, gereist. Mit dem Bus fuhren wir ca. 3 Stunden. Anschließend fuhren wir noch eine halbe Stunde mit dem Moto über Straßen und Waldwege bis wir letztendlich mit einem Boot auf die andere Seite fahren konnten. Dort campten wir auf einer Halbinsel am Lake Ruhondo, mit Blick auf einen Vulkan.
















Im Oktober haben wir Didier, einen Bewohner aus unserem Center, zusammen mit einer Schwester und unserem Physiotherapeuten in Rilima besucht. Er wurde Anfang August am Fuß operiert, damit er in Zukunft besser laufen kann. Das Gesundheitscenter ist auf pädiatrische Orthopädie und Rehabilitation spezialisiert. Didier hat sich über den Besuch gefreut und war sehr traurig, als wir wieder gefahren sind. 





Zurzeit planen wir schon unsere ersten Besuche aus Deutschland, die große Reise über Weihnachten nach Sansibar und das darauffolgende Zwischenseminar in Bagamoyo, Tanzania.
Umunsi mwiza und bis bald!


Donnerstag, 12. September 2019

Reunion


Amakuru ? (wir haben es noch nicht verlernt ;-))


Wir, Marie und Juliane, melden uns noch ein letztes Mal zurück.
Ich, Juliane, habe meine Familie einen Tag vor offizieller Ankunft in Deutschland überrascht und es fand eine große Feier mit allen Freunden, Bekannten und Verwandten statt. Auch war ich mit meinen Eltern bereits für einen entspannten Urlaub an der Nordsee.
Ich, Marie, wurde von meiner Familie und Nachbarinnen vom Flughafen abgeholt und ich habe meine Freunde an einem Abend eingeladen. Zudem war ich auch schon in Frankreich und habe den Rest meiner Familie dort besucht.
Für uns war es schön, alle geliebten Personen wiederzusehen und bis jetzt auch schon viele Unternehmungen mit ihnen gemacht zu haben.
Der Abschied aus Rwanda fiel und fällt uns dennoch immernoch sehr schwer und wir sind momentan dabei uns in Deutschland einzufinden und einen Plan/eine Struktur für die Zukunft zu entwickeln.
Ich, Juliane, werde am 01.10. in Rostock ein berufsbegleitendes Studium „Heil- und Inklusionspädagogik“ beginnen.
Ich, Marie, werde ab Oktober in Köln Lehramt für sonderpädagogische Förderung studieren.


Momentan befinden wir uns auf dem Rückkehrerseminar in Münster/Hiltrup im MSC Welthaus gemeinsam mit den weiteren Bistum Münster – Freiwilligen aus unserem Jahrgang und behandeln verschiedene Themen, wie beispielsweise Berichterstattung, Kolonialismus, Rassismus, Zukunft, Engangement nach dem Freiwilligendienst, interkulturelle Unterschiede/Konflikte und allgemeiner Austausch über die verschiedensten Projekte, sowie Reflexionsgespräche über das eigene Projekt.
Zudem findet am Sonntag, dem 15.09., ein gemeinsamer Abschlusstag mit den Familien statt, an dem wir auch einen Gottesdienst feiern.

In unseren letzten Wochen in unserer zweiten Heimat Kigali wurde gemeinsam mit der Kirch-und-Leben-Zeitung ein Video über unseren Freiwilligendienst entwickelt. Schaut es euch doch mal an:
https://www.kirche-und-leben.de/artikel/was-zwei-freiwillige-aus-dem-bistum-muenster-in-ruanda-erlebt-haben/

Wir hoffen, dass Linda und Larissa genauso, wie wir ein erfolgreiches Jahr haben werden und wünschen euch allen viel Spaß beim Mitverfolgen dieses Blogs mit ihnen.

Umunsi mwiza, einen schönen Tag,
julianemarie

Sonntag, 1. September 2019

Autismus

Muraho,

mittlerweile sind wir schon fast sechs Wochen hier und es gefällt uns richtig gut. Da wir uns auch im Center immer besser einleben und uns einen Eindruck von der Gesamtsituation und den Bewohnern verschaffen konnten, wollen wir diesen Blogeintrag dem Thema Autismus widmen.

Bereits zu Beginn unserer zweiten Woche, hatten wir die Chance mit Marie und Juliane an einem Autismus-Workshop der Organisation Autisme Rwanda im Center teilzunehmen, welchen die beiden schon im voraus organisiert hatten. Der Workshop richtete sich an die Schwestern und Postulantinnen, sowie an uns, um einfach über das Thema Autismus aufzuklären und Methoden für den richtigen Umgang mit Autismus Betroffenen zu erlernen . Da wir auch im Center Bewohner mit Autismus haben, war der Workshop für Linda und mich sehr hilfreich, da wir zuvor keinerlei Berührungspunkte mit dem Thema hatten.

Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung mit der allein in Ruanda rund 100.000 Menschen leben. Das große Problem dabei ist, dass es hier nur ein Center gibt , welches Betroffenen und deren Familien Hilfe bietet oder grundsätzlich über die Entwicklungsstörung aufklärt. Die Folge ist, dass Familien, die nichts davon wissen ihr betroffendes Kind aus Scham verstecken und ihr Verhalten nicht verstehen. Autisten können zusätzlich von Depressionen, motorischen Problemen und Epilepsie betroffen sein.

Anzeichen für eine Autismus Erkrankung können sich in drei verschiedenen Ebenen darstellen:
1. Probleme in der Kommunikation
2. Verhaltensprobleme
3. Probleme in der sozialen Interaktion
Ersteres kann sich bespielsweise dadurch äußern, dasss ein Kind im Laufe seines Lebens weniger spricht bis es, dann schließlich mit ungefähr zehn Jahren ganz aufhört zu sprechen. Zweiteres zeigt sich wenn derjenige ungewohnte Verhaltensweisen aufzeigt. Zum Beispiel könnten sich Betroffene ohne erkennbaren Grund ein Blatt Papier in den Mund stecken oder von der einen zur anderen Seite schaukeln. Letzteres kann man daran erkennen, dass Betroffene weder Augen noch Körperkontakt suchen oder diesen erwidern. Außerdem gehen sie meistens den direkten Weg und sprechen Dinge, soweit es ihnen möglich ist, direkt aus. Letztendlich sind sie nicht fähig dazu, das Verhalten Anderer zu imitieren.

Des Weiteren sollte man erwähnen, dass es unterschiedliche Arten und Ausprägungen von Autismus gibt. Das Asberger Syndrom zum Beispiel äußert sich mit der Einschränkung Beziehungen zu führen. Betroffene sind größtenteils nur auf ein bestimmtes Fach fokussiert und in diesem sehr begabt. In vielen Fällen handelt es sich dabei zum Beispiel um Mathe.
Das Rett Syndrom hingegen stellt eine Art Autismus dar, welches die gesamte Psyche betrifft und nahezu nur bei Mädchen diagnostiziert wird, aufgrund des X-chromosomal dominanten Erbgangs. Betroffene entwickeln sich zunächst scheinbar regelrecht, aber verlieren nach und nach bereits erlernte Fähigkeiten. Aufgrund dieser Rückentwicklung sterben die Meisten noch vor ihrem 15ten Lebensjahr.
Letzten Endes, lässt sich noch der Atypische Autismus nennen, welcher häufig auftritt, bei dem aber nur Autismus ähnliche Symptome auftreten, zum Beispiel im Sozialverhalten, es aber nicht für eine vollständige Diagnose zum Autismus ausreicht.

Gründe:Ingesamt kann man noch nicht genau sagen, wodurch Autismus entsteht, klar ist jedoch, dass es mit einer Störung der Chromosomen und der Genetik zusammenhängt. Vermutet wird aber auch, dass Umweltweinflüsse einen Einfluss haben.

Lösungen: Um Betroffenen zu helfen, ist es zunächst einmal wichtig die Entwicklungsstörung durch professionelle Hilfe zu diagnostizieren.
Grundsätzlich sollten Betroffene einen Platz in einer Familie haben und von Freunden und grundsätzlich von der Gesellschaft akzeptiert werden. Schließlich ist es wichitg für sie soweit wie möglich eine Arbeit oder eine Art Aufgabe zu finden. Dabei ist es relevant darauf zu achten, was ihnen gefällt und woran sie interessiert sind. Hierbei ist auch darauf zu achten, dass Menschen mit Autismus ihre Freude auf ganz andere Art und Weise äußern können. Beipielsweise ist es möglich, dasss sie sich selbst beißen, aber trotzdem große Freude empfinden.
Prinzipiell sollte man als Elternteil jedes Zeichen des Kindes aufnehmen. Sie sollten geduldig sein und Dinge oft und langsam erklären und sich am besten professionelle Hilfe suchen, um bestmöglich mit der Situation umzugehen und sich nicht selber zu überfordern.
Ein Bild von allen Teilnehmern vor dem Center
Constantine, Juliane, Sylvain und wir mit unserem Zertifikat

Für unsere Situation im Center haben wir uns vorgenommen zwei Strategien auszuprobieren. 
Die erste Methode ist die sogenannte ABA strategy (Applied behaviour analysis). Man verwendet Fotos, die man dem Betroffenen zeigt, wie zum Beispiel Tätigkeiten, wie Hände klatschen, um herauszufinden, was sie können. Die zweite Methode nennt sich Teach bei der man beispielsweise ein Glas oder eine Toilette zeigt, um den Betroffenen zu helfen, was er sagen möchte, falls sie nicht dazu in der Lage sind.

Jetzt hoffen wir, dass ihr ein paar Dinge über das Thema Autismus lernen konntet und wir werden uns bemühen in ein paar Monaten noch mal über das Thema zu berichten, wenn wir auch in der Praxis im Center noch mehr Erfahrungen sammeln konnten.
Mwirirwe!



Mittwoch, 7. August 2019

Die ersten Tage...


Hallo zusammen,

inzwischen hat sich einiges verändert...


Linda und ich, Larissa, sind bereits in der Nacht vom 22. Juli gut in Kigali angekommen. Zunächst sind wir um 10:35 Uhr in Düsseldorf gestartet. Unser erster Halt ging nach Istanbul mit ca. drei Stunden Aufenthalt und von dort aus nach Kigali. Hier wurden wir dann herzlich von Marie und Juliane am Flughafen empfangen. 
Der Blick über Istanbul

Am Düsseldorfer Flughafen


An unserem ersten Tag wollten wir dann zunächst einmal die Innenstadt Kigalis genauer  kennenlernen und schon ein paar organisatorische Dinge für unser Visum erledigen. Unsere erste Fahrt mit den sogenannten "Motos" (Motorrad-Taxen) endete für Linda und mich schließlich damit, dass wir am falschen Ort ankamen und verloren gingen. Dadurch bekamen wir allerdings schnell die Chance die Freundlichkeit der Ruander kennenzulernen. Ohne Geld und örtliche Sim-Karte hatten wir nämlich keine andere Möglichkeit als uns durchzufragen. Mithilfe zwei netter Ruander, die uns den Weg zeigten, fanden wir aber schnell zu den Anderen zurück.
Am Mittwoch erkundeten wir weiter Ruanda. Ähnlich wie Marie und Juliane bereits in ihren ersten Eintrag beschrieben haben, besuchten wir verschiedene Märkte, eine Eisdiele, wir lernten unsere Vermieterin kennen, erkundeten das Nachtleben Kigalis und besuchten die Expo (eine Art Kirmes mit unterschiedlichen Marktständen).
Ein Eindruck von der Expo

Wir bei unserer Vemieterin Christine




















Am Donnerstag Morgen hatten wir erneut Dinge für unser Visum zu erledigen, wodurch wir erst am Nachmittag die Chance hatten zum ersten Mal zu unserem neuen Arbeitsplatz, dem Center, zu gehen. Als wir ankamen hatten wir direkt die Möglichkeit beim Yoga, welches jeden Donnerstag Nachmittag stattfindet, mit den Bewohnern teilzunehmen. 


Hier im Garten des Centers während der Yoga Stunde

Links Sylvain, der Physiotherapeut rechts Constantine, die Lehrerin,


Am Freitag lernten wir den Alltag im Center etwas genauer kennen. Zunächst gingen wir mit in die Klasse. Da allerdings Constantine, die Lehrerin, nicht da war malten und spielten wir mit den Bewohnern. Außerdem führten Marie und Sylvain, der Physiotherapeut, uns etwas in die Grundlagen der Physiotherapie ein.
Nachmittags veranstalteten die Schwestern für Marie und Juliane eine Abschiedsfeier, welche gleichzeitig als Willkommensfeier für uns fungierte.
Wir bekamen selbstgemachte Kränze


Ein Foto des gesamten Centers  







Marie und Juliane bekamen traditionelle Kleidung aus Kitenge
Jetzt hieß es für uns erstmal Abschied von den beiden zu nehmen. Wir hoffen, dass sich beide wieder gut in Deutschland einleben können. Wir freuen uns auf eine spannende Zeit und alles Weitere das noch kommt. Bis bald und umunsi mwiza!


Montag, 5. August 2019

Vorstellung Linda





Hallo zusammen!!!

Ich bin Linda, 19 Jahre alt und wohne im Kreis Warendorf, in Oelde. Dort lebe ich zur Zeit mit meine Eltern und Lucy unserem Hund. Ich habe noch zwei ältere Schwestern, die nicht mehr bei uns wohnen.
In meiner Freizeit koche ich und lese gerne, treffe mich mit Freunden und trainiere Kinder in Leichtathletik im LV Oelde.
2019 habe ich mein Abitur bestanden und bin jetzt für ein Jahr in Ruanda.

Ich hatte schon immer vor, nach der Schule ins Ausland zu gehen. Als ich auf das Bistum Münster aufmerksam geworden bin, hat mich das Projekt in Ruanda direkt interessiert. Ich möchte evtl. nach dem FSJ Sonderpädagogik studieren und denke, dass ich nach dem Jahr ganz genau weiß, ob ich es wirklich machen möchte. Die tägliche Arbeit wird mir zeigen, wie mit Menschen mit Behinderung gelernt wird und Fortschritte gemacht werden.
Ich bin sehr gespannt welche Erfahrungen ich machen werde. Sei es bei der Arbeit oder während des Reisen.

Sonntag, 4. August 2019

Vorstellung Larissa

  Hallo zusammen! 


Mein Name ist Larissa Mersmann und bevor wir damit beginnen diesen Blog weiterzuführen, möchte ich mich zunächst einmal vorstellen.


Ich bin 18 Jahre alt und komme aus Billerbeck, einer kleinen Stadt in der Nähe von Münster. Dort lebe ich auf einem Hof mit meinen Eltern, meinem Bruder, meiner Schwester und meinem Onkel, welcher mit Down-Syndrom geboren wurde.
In meiner Freizeit treffe ich mich gerne mit Freunden, gehe mit unseren Hunden spazieren, gehe babysitten oder jobbe gelegentlich in einem Hotel.
Da ich im Juli mein Abitur bestanden habe, habe ich mir davor oft die Frage gestellt, was ich danach machen möchte. Dadurch bin ich dann auf die Idee gekommen einen Freiwilligendienst zu absolvieren, welcher mir als Orientierung für meine Zukunft helfen könnte. Schließlich hat mich die Idee dann zu diesem Projekt nach Ruanda geführt.
Jetzt bin ich sehr gespannt auf das bevorstehende Jahr, wobei ich auf viele neue Eindrücke und spannende Erfahrungen hoffe, die ich mit euch teilen kann.

Montag, 8. Juli 2019

365 Tage gehen zuende..



Mwiriwe neza!😊

Nach langer Zeit melden wir uns mit vielen Neuigkeiten! Es ist einiges im Center passiert und gleichzeitig denken wir schon viel an unseren Abschied und bereiten alles für die Rückreise und die gemeinsame Übergangswoche mit unseren Nachfolgerinnen vor.

Aber nun von Anfang an:

Bei uns in der Klasse hat sich etwas verändert: Wir haben zusammen mit der Lehrerin Constantine den Klassenraum ein wenig umgestaltet. Wir haben das sich im Klassenraum befindende Bällebad in eine andere Ecke des Klassenraumes verfrachtet, die Klasse gesäubert, sortiert und Gegenstände, die wir nicht mehr brauchten entfernt. Nun haben wir mehr Platz. Diesen Platz lassen wir aber nicht nutzlos, sondern wir wollen drei weitere Schüler/-innen in die Klasse integrieren. Somit ersteinmal: Herzlich Willkommen an unsere drei jungen Schüler/-innen, wir hoffen ihr lebt euch in unseren Klassenverband gut ein und gestaltet den Unterricht mit uns mit !!






(Zudem konnten wir den Individual- Raum weiterhin ausprobieren, und haben nun einen festen Plan erstellt, wie dieser in Zukunft genutzt werden soll.)

Vom Dienstag den 18.06 an bis bis zum Donnerstag den 27.06 hatten wir außerdem die jährliche „Evaluation“. In diesen Tagen saßen wir zusammen mit der Lehrerin Constantine, dem Physiotherapeuten Sylvain, der Oberschwester Sr. Emeritha und weiteren Schwestern zusammen, um über jeden einzelnen Bewohner zu sprechen. Dabei haben wir die Fortschritte und Veränderungen festgehalten und geschaut, welche Ziele nun verfolgt werden können. Des Weiteren haben wir zu jeder Person individuelle Zukunftspläne für die kommenden 12 Monate erarbeitet, bezüglich der Klasse, sowie in der Physiotherapie, als auch im sozialen Verhalten und Alltagsleben.

Auch in der Physio gibt es eine Veränderung: Nach vielem Hin und Her, wurde es uns schlussendlich ermöglicht eine Sprossenwand in den Physiotherapieraum einzbauen. Wir sind sehr froh, dass dieses Projekt doch noch geklappt hat und auch der Physiotherapeut freut sich über die neuen Möglichkeiten, die sich nun für die phyiotherapeutischen Arbeiten im Center bieten.

Außerdem befindet sich im Center eine Bewohnerin im Center, von der wir bereits in einem vorherigen Blogeintrag berichtet haben. Sie verfolgt den Traum, später Journalistin zu werden und möchte dies auch studieren. Um ihr dies zu erleichtern, haben wir ihr einen Laptop zukommen lassen. Diesen kann sie bereits auch jetzt in ihrem letzten Schuljahr nutzen. Der Vorteil: Lehrer oder Klassenkameraden sind nicht dazu angehalten, für sie zu schreiben, sie kann während des Schulalltags eigenständiger arbeiten und auch außerhalb der Schulzeit ihre Interessen (wie Geschichten oder Artikel schreiben) verwirklichen, ohne, dass sie an eine zweite Person gebunden ist. (Ihr fällt das halten eines Stiftes und dementsprechend das Niederschreiben schwer.).



Mal kurz etwas anderes:



Es ist schon Juli, das heißt, dass unsere Zeit hier in Kigali und in Gahanga sich dem Ende nähert. Unser Rückflug ist schon gebucht. Also werden wir uns in ca 3 Wochen in Deutschland wiedersehen. Doch vorher haben wir ein paar Tage, um unsere beiden Nachfolgerinnen in dem Projekt einzuarbeiten, ihnen das Leben hier in Kigali zu zeigen und ihnen beim Einleben helfen. Linda Heinrich und Larissa Mersmann sind die neuen Freiwilligen und werden am 22.07 ankommen. Wir sind schon sehr gespannt, die beiden kennen zu lernen! Beide werden genau diesen Blog weiterführen.
Damit nähert sich auch unser Abschied vom Center und von unseren Bekannten und Freunden, die uns in unserem Jahr hier begleitet haben. Wir können noch nicht glauben, dass ein Jahr tatsächlich in einigen Wochen bereits vorbei sein soll, wir hatten dafür eine absolut wundervolle Zeit. 

Eine schöne Woche euch allen!









Mittwoch, 22. Mai 2019

News !!!



Muraho neza!

In diesem Blogeintrag wollen wir über einige Neuigkeiten aus dem Center berichten:

Wir haben mithilfe von Spenden zwei neue angepasste Rollstühle anfertigen und vier Rollstühle umbauen lassen, damit sie größere Reifen haben und auch für außerhalb der Räumlichkeiten und des Centers selbst benutzt werden können. Dies war uns sehr wichtig, da nun alle Bewohner einen ausgehfähigen Rollstuhl haben, um zum Beispiel mit zu den centereigenen Kühen und Hühner zu gehen oder einfach einen Spaziergang um das Center herum machen zu können. Für einige Bewohner ist es das erste Mal, dass sie die Möglichkeit bekommen, das Grundstück des Centers zu verlassen. 
Ein Vorher - Nachher Vergleich:

      






Weitere neue Rollstühle:
 

Außerdem haben wir für den Essenssaal neue Matten für den Boden beschafft, die beim Essen anreichen benutzt werden, da manche Bewohner während des Essens nicht in ihren Rollstühlen bleiben können oder wollen.









Eines unserer wichtigsten Kleinprojekte konnte außerdem nun vollendet werden und wurde in dieser Woche auch schon feißig ausprobiert. Und zwar haben wir neben dem Klassenraum einen weiteren kleinen Raum. Er wurde bis jetzt als Abstellkammer genutzt und viele verschiedene Dinge wurden darin verstaut. Nun wurde er zum Teil ausgeräumt. Ein ganz kleiner Teil dient immer noch als „Rumpelkammer“ aber der vordere Teil wurde zu einem weiteren Unterrichtsplatz für ganz individuelle Aufgaben umfunktioniert. Es befindet sich nun ein großer Tisch darin aber auch ein Regal auf Höhe der Kinder und Bewohner im Rollstuhl. Dadurch kann er in der Unterrichtzeit genutzt werden aber auch im Nachmittagsbereich . Die Bewohner können dann eigenständig den Raum nutzen und sich Bücher oder Spielzeug selber aussuchen und herausnehmen. So kann die Selbstständigkeit, sowie auch die Entscheidungsfähigkeit und der „korrekte“ Umgang mit Materialien (sprich: Materialien nicht kaputt machen und nach der Nutzung von Büchern oder Spielzeug diese wieder aufräumen) der Bewohner gefördert werden.
….das üben wir nochmal....

Die Montessouri- Wand, von der wir bereits in einem vorherigen Blogeintrag gesprochen haben, wurde ebenfalls in dem Raum an einer  Wand angebracht, damit diese auch eigenständig von allen benutzt werden kann. Wir haben bereits zusammen mit der Lehrerin Constantine einen ersten Plan erstellt, welcher die Nutzung des Raumes strukturiert. Eine von uns wird diesen Raum zwischen neun und zehn Uhr mit einem Schüler oder einer Schülerin nutzten, während in dieser Zeit mit der Lehrerin im eigentlichen Unterrichtsraum Frontalunterricht stattfindet. Nach dem Frontalunterricht in der individuellen Phase, unterstützen wir allerdings dann wieder die Lehrerin in der Klasse. Wir wollen den Raum nun weiter gestalten und einrichten, doch wir sind schon sehr zufrieden mit dem bisherigen Ergebnis und freuen uns darauf die Vorteile des Raumes nutzen zu können.










Desweiteren gibt es in Kigali eine Organisation namens „Talking through art“ („ Reden durch/ über/ mithilfe von Kunst“), bei der überwiegend Frauen aber auch einige Männer mit einer Behinderung Handcraft, also traditionelle selbstgemachte Körbe, Deko und vieles mehr, herstellen, um diese dann zu verkaufen und ihr eigenes Geld zu verdienen. Die Teilnehmer treffen sich in einem Center, um gemeinsam am Morgen englisch zu lernen, zu kochen und den restlichen Tag bis zum Abend an ihren Gegenständen zu arbeiten. Wir hatten vorher schon viel gutes über diese Organisation gehört und sie uns angeschaut. Wir waren sehr begeistert und hatten von vorhinein einen Plan, den wir verwirklichen wollten. Wir haben dabei an zwei erwachsene Frauen aus dem Center in Gahanga gedacht, die schon dort in ihrer Freizeit Armbänder und Ketten hergestellt, sowie kleine Taschen gehäkelt haben. Kurzum haben wir die Leiter der Organisation gefragt, ob diese beiden Frauen auch für zwei Tag die Woche kommen dürften. Nun besuchten sie bereits zwei Wochen lang für jeweils zwei Tage „Talking through art“ und sind sehr glücklich, mit anderen Menschen außerhalb des Centers in Kontakt treten und ihr Hobby zu einer Art Job entwickeln zu können.
Für die zwei Frauen sind dies wichtige Schritte des Erwachsen-Seins, der Eigenständigkeit und der Inklusion in die Gesellschaft durch den Kontakt zu anderen Teilnehmern der Organisation.

Hier gibt es einen Link zu der Homepage und Facebookseite der Organisation:


Wir hoffen, dass sie sich beide sehr schnell dort wie zuhause fühlen und ihre Fähigkeiten entwickeln können.

Liebe Grüße an alle und bis zum nächsten Mal !! 😊



Mittwoch, 24. April 2019

memorial-week


Muraho,

In diesem Blogeintrag möchten wir über Rwanda und die Geschichte sprechen. Der gegebene Anlass ist die „memorial-week“, welche jährlich vom 07.-14. April stattfindet.
In dieser Woche gedenkt die Bevölkerung Rwandas den Opfern des Völkermordes gegen die Tutsi vor 25 Jahren. Ebenfalls wird diese Woche von vielen Menschen auch als Zeit für Reflexion und Aufarbeitung genutzt.

Falls ein Völkermord in Rwanda einigen nicht bekannt sein sollte, hier einige Informationen zum Hergang:
Am 06.04.1994 begann der Genozid, bei welchem der Volksstamm der Hutu-Mehrheit zwischen achthunderttausend und einer Millionen Menschen (größtenteils vom Volksstamm der Tutsi) ermordeten.
Die Unterschiede der beiden Volksgruppen bestand darin, dass die Tutsi sich größtenteils mit Viehzucht beschäftigten,  die Hutu jedoch von Ackerbau lebten. Somit waren die Hutu den feudalen Grundherren der Tutsi unterstellt. Die größten Unterschiede wurden aber von den Europäern festgesteckt. Vor allem die Deutschen und die Franzosen haben zu der Zeit durch Stikmata die Unterschiede immer wieder benannt und versuchten die Volksstämme dadurch zu spalten. Die Menschen wurden auch durch äußere Merkmale und durch deren Reichtum eingeteilt in die beiden Gruppen. Es ging sogar soweit, dass es in den Personalausweisen der Menschen stehen musste, zu welchem Stamm sie gehörten.
Bereits durch die Eroberer in der Kolonialzeit gab es politische Unstimmigkeiten in Rwanda. Selbst nach dem Erlangen der Unabhängigkeit im Jahre 1962 entspannten sich die Meinungsverschiedenheiten nicht. Am 06.04.1994 wurde ein Flugzeug mit dem ruandisch/burundischen Präsidenten (welcher den Hutu angehörte) abgeschossen und dies gab den Startschuss für den Genozid. Wer für den Flugzeugabschuss verantwortlich ist, konnte bis heute nicht geklärt werden.

In der „memorial-week“ finden die verschiedensten Zeremonien und Veranstaltungen statt, zu der die Bevölkerung und alle Interessierten eingeladen sind.
Beispielsweise beginnt die Woche mit einem „walk of remember“, bei dem sich die Menschen gemeinsam auf den Weg zum Stadion machen, um dort an einer großen Gedenkfeier teilzunehmen. Diese wird beispielsweise durch Reden von Zeitzeugen und Gedenkminuten mit verteilten Kerzen als symbolisches Licht gestaltet.
Auch im Laufe der Woche gibt es immer wieder Veranstaltungen, wie beispielsweise Künstler, die zu einer speziell angefertigten Ausstellung einladen, oder das Genozid-Memorial, welches speziell in der Woche als Treffpunkt für alle Menschen dient, die bewusst um ihre Angehörigen oder Freunde trauern möchten. Es ist während der Woche beispielsweise erlaubt Blumen oder Gaben auf die Massengräber des Memorials zu legen. Während des restlichen Jahres ist dies nicht möglich.
Zudem sind zu Beginn der Woche beinahe alle Geschäfte geschlossen und sie öffnen im Laufe der Woche nach und nach wieder. Allgemein scheint die Stadt und das Leben in dieser Woche „herungtergeschraubt“ zu sein und langsamer zu laufen, als normal.

Für uns persönlich ist es unfassbar schwer nachvollziehen zu können, was in den Menschen vorgehen muss, die einen solchen Genozid miterlebt haben. Beinahe jede zweite Person, der wir auf der Straße begegnen, hat dieses Unglück miterlebt, da es nur 25 Jahre her ist. Wir glauben, dass es unfassbar viel Kraft und Stärke als Mensch aber auch als gesammtes Land braucht, solche Erfahrungen reflektieren und aufarbeiten zu können. Wir wünschen allen Betroffenen diese Kraft.
Neben dieser Woche gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Geschehene zu verarbeiten. Zu dem Memorial-Center gibt es Orte wie Kirchen, die als Museen fungieren da dort ein Massentöten stattgefunden hat. In der Zeit in der wir hier sind hatten wir viele Möglichkeiten mit Betroffenen zu reden. Manche Menschen reden offen über ihre Ehrfahrungen. Sie alle versuchen nach vorne zu schauen und sich als Ruander zu verstehen. Es wird nicht mehr über Hutu und Tutsi gesprochen. Sie reden über diese schlimme Zeit, auch mit außenstehenden, aber versuchen ihren Mitmenschen nichts nachzutragen. Wir hoffen, dass das ganze Land nach vorne schauen kann und, dass sich ein Genozid nie wiederholt.


Wir möchten im Anschluss noch ein Interview mit einem Rwander anfügen, welcher den Genozid als kleiner Junge miterlebt hat:



Donnerstag, 18. April 2019

Inklusion in Ruanda



Moin Moin !

Es gab eine Veränderung im Center. Eine Schülerin unserer Klasse des Centers geht nun auf die gegenüberliegende Grundschule. Wir und auch die Achtjährige selbst freuen uns riesig über diese Chance für die nun frisch gebackene Grundschülerin.

Die Achtjährige hat eine Entwicklungsverzögerung. Sie hat Schwierigkeiten sich zu konzentrieren und die verbale Sprache fällt ihr schwer. Die Chance, die ihr nun offensteht ist, dass sie in Kontakt mit anderen Kindern ausserhalb des Centers tritt, sie mit ihnen spielen und von, sowie mit ihnen lernen kann. Der erste Schritt der Inklusion ist dadurch gemacht.

Wir haben sie am Dienstag, den 26.03., in der Grundschule zusammen mit Constantine, der Lehrerin des Centers, und einer Ordensschwester besucht. Es gibt in der Klasse (nach eigener Zählung) ca 55 Schüler im Alter von 4 bis 5 Jahren, welche uns mit Gesang begrüßt haben.

 Die Grundschuhllehrerin hatte die Gelegenheit genutzt, mit Constantine und der Schwester zu sprechen. Sie erzählte, wie sich die Achtjährige verhält. Laut ihren Angaben sei unsere Schülerin aus dem Center von den anderen Mitschülern gut angenommen worden und sie spiele gerne in den Pausen mit ihnen gemeinsam. Dabei lache und bewege sie sich viel. Allerdings sei sie im Unterricht sehr still. Sie spreche gar nicht, auch bei Aufforderung würde sie es nicht versuchen und sie hätte große Schwierigkeiten beim Schreiben. Dadurch wisse die Grundschullehrerin nicht, inwieweit sie dem Unterricht folgen kann, da das Wissen weder schriftlich noch mündlich abgefragt werden könne. 

Außerdem möchten wir ebenfalls erwähnen, dass die Grundschullehrerin nicht im Bereich Sonderpädagogik ausgebildet ist, dennoch scheinbar sehr positiv auf die achtjährige eingeht.

Für uns hat es überwiegend Vorteile, dass die Schülerin die Grundschule besucht, da es ihr sichtlich gut tut mit anderen Kindern ihren Alters in Kontakt zu stehen. Außerdem hat sie sich schon gut in der Schule eingelebt und sie kommt Mittags meistens mit einem Strahlen nach Hause und möchte von dem Schultag berichten.

Stolz zeigte uns die Achtjährige ihr erstes Zeugnis.



Eine weitere Frau mit einer körperlichen Einschränkung ist nun seit 5 Jahren in der des Centers gegenüberliegenden Schule. Sie geht auf die High Level Secondary School -  in die hier sogennante „Senior 5“ (eine Weiterführenden Schule, in die 11 Klasse, in Ruanda geht man sechs Jahre in die Grundschule und sechs Jahre in die Weiterführende Schule). Ihre Diagnose ist Ataxie, welches ein Oberbegriff für unterschiedliche Störung der Koordination von Bewegungen des Körpers ist. Die 22-jährige hat Schwierigkeiten beim Laufen und Sprechen.

Im Folgenden haben wir ein Interview mit ihr auf englisch geführt und dieses Gespräch übersetzt. Es geht vor allem darum, wie sich ihre Klassenkameraden und Lehrer ihr gegenüber verhalten und, wie sie in der Schule im allgemeinen zurechtkommt.



Interview:

Wie ist deine Familiensituation und warum lebst du im Center:

Ich habe einen Bruder. Er ist 27 Jahre alt und er hat eine Frau und ein Kind. Er lebt nicht mehr bei meiner Mutter, sondern in Butare mit seiner Familie. Mein Vater ist gestorben, als ich noch ein Baby war. Meine Mutter bewirtschaftet das Feld an ihrem Haus. Das Geerntete wird selber verwendet oder verkauft. Damit macht sie das nötige Geld zum Leben. Sie lebt in Luhango.

Ich lebe seit 5 Jahren hier in Gahanga im Center, seit ich hier zur nahgelegenen Schule gehe. Ich mag es sehr hier im Center zu leben, die Menschen hier sind jetzt meine Familie. Meine Mutter kommt mich in den Ferien besuchen oder manchmal komme ich auch zu ihr.

Was sind deine Lieblingsfächer in der Schule?

Meine Lieblingsfächer sind Literatur, Kiswahili, Kinyarwanda und Musik.



Was magst du am liebsten an der Schule?

Ich lerne gerne neue Sachen und ich singe gerne zusammen mit meinen Klassenkameraden. Ich mag es auch Hausaufgaben zu machen nach dem Unterricht.



Wie begegnen dir die anderen Menschen in den verschiedenen Situationen in der Schule?

Ich mache die gleichen Aufgaben wie meine Klassenkameraden und die Lehrer unterstützen mich in den Klausuren. Ich diktiere ihnen was sie aufschreiben sollen oder ich tippe das Examen mit einem Laptop. Dafür bekomme ich dann weitere Zeit zur Verfügung gestellt. Meine Freunde helfen mir auch viel, sie unterstützen mich dabei, Stufen und Hindernisse mit meiner Gehhilfe zu laufen und bringen mich auch zurück nach Hause ins Center. Sie tragen meine Tasche, damit ich leichter laufen kann und ich bekomme die Mitschriften meiner Freunde oder Lehrer mit.

Mir fremde Menschen bzw die anderen Schüler*innen starren mich aber an. Das mag ich nicht und ich schäme mich dann, aber wenn meine Freunde dabei sind geht es.



Denkst du, dass deine Einschränkung dich bei etwas stoppt/ Hast du mehr Schwierigkeiten in der Schule als deine Klassenkameraden?

Nein, ich bin genauso gut, wie meine Klassenkameraden! In der Klasse habe ich keine Angst, sogar wenn ich etwas vor der Klasse vorstellen muss, habe ich keine Angst. Nur im Kiswahili-Kurs habe ich Angst vor dem Vorstellen, weil ich nicht so gut in dieser Sprache bin. Aber ich versuche alles.



Was möchtest du nach der Schule machen?

Ich möchte Journalistin hier in Rwanda werden für die Zeitung „New Times“. Ich möchte andere Menschen interviewn und mich mit ihnen oder Firmen unterhalten. Am liebsten möchte ich im Berreich Musik und Kunst arbeiten. In vier Jahren werde ich also das Studium an einer Universität beginnen. Hier in Rwanda kann man Journalismus an der Universität in Butare studieren, wo auch mein Bruder lebt.






Insgesamt haben wir den Eindruck, dass der Gedanke der Inklusion nicht weit entfernt ist. Zwar hat nur die Minderheit der Menschen hier in Ruanda Berührungspunkte mit Menschen, die mit einer Behinderung leben. Mehr Lehrer müssten im Bereich Sonderpädagogik ausgebildet werden, damit es noch mehr Menschen mit einer Beeinträchtigung erleichtert wird, in eine Schule gehen zu können. Wir wollen, dass noch mehr der Bewohner des Centers in Schulen untergebracht werden, allerdings wurde uns bis jetzt vermittelt, dass es momentan nicht möglich ist, wenn die Person sich nicht eigenständig fortbewegen kann oder selbst schreiben kann. Wir werden es weiterhin versuchen, Schwierigkeiten bleiben dennoch erstmals bestehen, da es leider keine Heilerziehungspfleger, Inklusionshelfer oder persönliche Assistenten etc. gibt. Sobald sich Umstände und Denkweisen ändern, kann Inklusion ein funktionierendes Instrument sein.



Nach dem hoffentlich nicht zu erschlagenden Text wünschen wir euch nun Frohe Ostertage und eine wunderschöne Zeit mit euren Familien und Freunden. Wir sind von einer ruandischen Familie zum Osteressen eingeladen und wir sind schon sehr gespannt was es hier in Ruanda zu Ostern wohl zu Essen gibt und welche Traditionen so auf uns zukommen werden. Ostereier suchen werden wir dieses Jahr nicht, aber Osterpackete aus der Heimat sind schon angekommen.