Donnerstag, 14. Oktober 2021

Ein Monat Kigali

 

Muraho,

wie die Zeit vergeht! Mittlerweile sind wir tatsächlich schon seit vier Wochen hier in Kigali, der Hauptstadt Ruandas und sind noch immer beeindruckt von der erstaunlichen Ausstrahlung dieser Stadt. Anlässlich dieses vierwöchigen „Jubiläums“, melden wir uns nun, nachdem wir uns letzte Woche vorgestellt haben, mit unserem ersten richtigen Blogeintrag.  Heute möchte ich euch vor allem berichten, wie wir hier wohnen, leben und was wir neben unserer Arbeit bisher erlebt haben.

Zu dritt wohnen wir in einem kleinen Haus in Gikondo, einem Stadtteil im Süden Kigalis. Wir haben alle unser eigenes Zimmer und ein großes Wohn- und Esszimmer mit einem gemütlichen Sofa. Um zur Küche und zum Waschraum zu gelangen, geht man über unsren kleinen Hinterhof, auf dem wir abends mit Freunden gerne gemütlich zusammensitzen. Mit unserer Hängematte und unserer heranwachsenden Avocado Plantage bekommt unser Haus immer mehr einen persönlichen Touch. Und auch mit unseren (wie viele wissen wir nicht) Mitbewohnern, niedlich aussehenden und harmlosen Hauseidechsen verstehen wir uns blendend-nur manchmal fällt es ihnen schwer unsere Privatsphäre zu akzeptieren und sie statten uns doch einen Besuch beim Duschen ab. Direkt zu Anfang haben wir auch gelernt, dass man sich auch nach einer „Dusche“ aus einer Wanne sauber und frisch fühlen kann – dennoch ist die Freude bei uns allen groß, wenn wir fließend Wasser haben. 

Seitdem wir hier sind, sind Bananen eines unserer Hauptnahrungsmittel. Vor allem das Obst, wie eben Bananen aber auch Ananas und Maracuja, hat uns mit seiner deutlich intensiveren Süße und seinem vollen Geschmack überrascht. Aber auch Avocados und Tomaten (natürlich gepellt, ganz im Sinne der Regel „Peel it, cook it or forget it“) dürfen bei keinem Frühstück fehlen. Auch von einigen einheimischen Teigwaren sind wir jetzt schon große Liebhaber: Zum einen gibt es Sambusa (frittierte dreieckige Teigtaschen, gefüllt mit Kartoffeln, Erbsen oder Fleisch), die wir gerne auf dem Rückweg vom Markt als Mittagessen mitnehmen. Zum anderen sind da Chapati, (ebenfalls frittierte, runde Teigfladen), die nicht nur gut herzhaft eingerollt mit Omelett (auch Rolex genannt) oder belegt mit Avocado und Tomaten schmecken, sondern auch hervorragend in Kombination mit Banane schmecken. Ihr merkt, vom Essen hier kann ich gar nicht mehr aufhören zu schwärmen, aber genug davon.

 


In der Woche arbeiten wir drei im „Centre Inshuti Zacu“ in Gahanga. Dies ist ein von Schwestern geführtes Center für Menschen mit Behinderungen. Die Bewohner*innen sind zwischen 3 und 34 Jahre alt. Da wir dort zu dritt arbeiten, können wir uns am Vormittag gut aufteilen: Zwei von uns unterstützen die Lehrerin im Unterricht. Dort werden auf spielerische Art und Weise die Fächer Mathe, Gesellschaftskunde, Englisch und Kinyarwanda (die Bantusprache Ruandas) unterrichtet. Von der Lehrerin bekommen wir gezeigt, welche Übungen, für welche der Kinder gut geeignet sind. Schon nach diesem ersten Monat, haben wir die Bewohner*innen recht gut kennen- und einzuschätzen gelernt und ich denke, dass wir durch die Unterstützung der Lehrerin in den nächsten Wochen noch mehr von den einzelnen Kindern lernen werden. 


Die dritte unterstützt den Physiotherapeuten. In der Physiotherapie werden unter anderem die Muskeln der Bewohner*innen gestärkt oder das eigenständige Sitzen oder Gehen erlernt. Wir drei rotieren dabei im Monatsrhythmus, sodass jeder die Chance hat in den verschiedenen Bereichen zu unterstützen. Momentan ist Nina in der Physiotherapie und bekommt dort nicht nur gezeigt, wie sie die Bewohner*innen richtig dehnt und bewegt, sondern auch viel über die einzelnen Krankheitsbilder erklärt, was für uns sehr hilfreich ist. In der Mittagszeit helfen wir den Postulantinnen, den Bewohner*innen das Essen anzureichen. Die Postulantinnen, werdende Schwestern, übernehmen viele Aufgaben im Center. So kümmern sie sich beispielsweise um die Versorgung der Bewohner*innen, kochen und bewirtschaften die zum Center gehörenden Felder. Wenn wir eine Frage haben, ist immer jemand zur Stelle. Danach haben wir unsere eigene Pause - wir werden immer sehr gut von den Schwestern bekocht und haben hier schon Essenskombinationen kennengelernt, die wir sie bisher nicht kannten. So ist es hier üblich Reis und Kartoffeln gleichzeitig zu kombinieren, was wir schon schätzen und lieben gelernt haben. Auch Kochbanane darf in auf dem wöchentlichen Speiseplan nicht fehlen. Im Anschluss haben wir die Möglichkeit den Nachmittag zu gestalten. Häufig spielen wir mit den Kindern im Schatten auf einer Wiese oder schauen uns die vorbeifahrenden Autos und Motos auf der Hauptstraße an.

Apropos Motos – diese sogenannten Motorädertaxen sind neben Bussen das meistgenutzte Verkehrsmittel und wir sind große Fans. Zunächst etwas verängstigt von dem fixen Fahrstiel der meisten Motofahrer, kann es uns mittlerweile gar nicht mehr schnell genug gehen. Und durch unseren Sprachkurs, den wir momentan drei Mal die Woche haben, können wir mittlerweile sogar beinahe ohne Probleme mit den Motofahrern auf Kinyarwanda vor jeder Fahrt die Preise verhandeln-auch wenn die Meisten dann doch zum Glück auch Englisch sprechen können.
Direkt in unserer ersten Woche hatten wir die Möglichkeit, eine Stadt in der Westprovinz zu besuchen. Wir waren in Karongi, einer Stadt am Kivusee, zu der wir knappe vier Stunden mit dem Bus unterwegs waren. Der Kivusee ist der größten See Ruandas und liegt an der Grenze zum Kongo. Dort haben wir einen langjährigen Freund der Freiwilligen besucht und gemeinsam eine Bootstour zu einer Insel auf dem Kivusee gemacht. Auf der Insel haben wir unheimlich viele Flughunde getroffen und von der Spitze des Berges hatte man eine superschöne Aussicht auf den See und die umliegende Umgebung.

Auch hier in Kigali haben wir, unteranderem durch unsere Vorfreiwilligen, schon guten Kontakt zu einigen Ruandern, mit denen wir uns gerne treffen. Viel Zeit haben wir auch schon auf dem Kimironkomarkt verbracht, wo wir gerne eine befreundete Schneiderin besuchen, die uns auch schon einige tolle Kleidungsstücke und Taschen geschneidert hat. Neuerdings haben wir auch das Yoga für uns entdeckt. Einmal die Woche fordert uns der neue Yogalehrer ordentlich heraus und bringt uns bei Kraft- und Dehnübungen ordentlich zum Schwitzen.

Wie ihr seht, haben wir in unserem ersten Monat hier schon viel Neues erlebt und sind noch immer dabei, alles zu erkunden. Wir genießen die Zeit hier sehr und leben uns immer mehr ein. Ich bin schon überaus gespannt, was in den nächsten Wochen und Monaten auf uns zu kommt und freue mich schon auf unsere neuen Abenteuer.

Bis dahin – Murabeho!

Eure Clara

Montag, 4. Oktober 2021

Vorstellung Hanna

Moin Moin!

Mein Name ist Hanna Krumrey und ich bin 18 Jahre alt. Zusammen mit meinen beiden Brüdern und meiner Mutter wohne ich in Werne, einer kleinen Stadt zwischen Münster und Dortmund. In meiner Freizeit spiele ich gerne Fußball und Gitarre, treffe Freunde, höre Musik oder spiele Videospiele.

Dieses Jahr im Sommer habe ich mein Abitur gemacht und wollte danach auf jeden Fall ein FSJ machen. Durch eine Infoveranstaltung an meiner Schule bin ich auf das Bistum Münster aufmerksam geworden. Durch ein paar Zufälle bin ich dann bei dem Projekt in Ruanda gelandet, weil mein ursprüngliches Projekt in Tansania aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte.

Nach den vielen Unsicherheiten bin ich glücklich endlich in Kigali angekommen zu sein und freue ich schon auf die Arbeit in unserem Projekt und auf Alles, was wir sonst noch erleben werden. 

 

 

Vorstellung Clara

 


Hallo zusammen,

ich bin Clara, ebenfalls 19 Jahre alt und komme aus Münster. Dort lebe ich zusammen mit meinen Eltern und meiner jüngeren Schwester.

In meiner Freizeit spiele ich Fußball, backe und zeichne gerne und treffe mich gerne mit Freunden. Ich mag Musikhören, spiele Klavier und habe bis zum Ende meiner Schulzeit in einem Ensemble gesungen. Nebenher habe ich bis zum Abitur einmal die Woche auf unsere Nachbarskinder aufgepasst.

Mein Abitur habe ich im Sommer 2020 gemacht und wollte ursprünglich direkt im Anschluss ausreisen, was aber auf Grund der Corona-Pandemie leider nicht möglich war. Stattdessen habe ich das letzte Jahr verschiede Praktika gemacht, um mich beruflich ein wenig zu orientieren. Umso mehr freue ich mich jetzt, dass wir nach dem langen Warten endlich ausreisen konnten.

Nach der Schule wollte ich schon immer ins Ausland und als ich von den Projekten des Bistum Münster gehört habe, war ich direkt begeistert. Das Projekt in Ruanda interessiert mich besonders, da ich überlege, eventuell Sonderpädagogik zu studieren. Nun bin ich schon sehr gespannt was wir hier erleben werden – sowohl bei der Arbeit, als auch bei Begegnungen und Reisen außerhalb des Centers.

Vorstellung Nina



Hallihallo!

Clara, Hanna und ich werden die nächsten Monate unseren Freiwilligendienst hier in Kigali machen. Bevor wir den Blog von Larissa, Linda, Marie und Juliane weiterführen, möchten wir uns gerne alle einmal vorstellen.

Ich bin Nina Jürgenschellert, bin 19 Jahre alt und komme aus Hiltrup, einem Stadtteil von Münster. Dort wohne ich mit meinen Eltern, meinen beiden kleinen Schwestern und unseren zwei Hunden. In meiner Freizeit verbringe ich gerne Zeit mit Freunden und Familie, singe und bin Messdienerleiterin. Nebenbei habe ich in einer Bäckerei, sowie als Babysitterin gearbeitet.

Für mich war bereits lange klar, dass ich nach meinem Abitur Zeit im Ausland verbringen wollte. Als dann in meiner Schule der Freiwilligendienst des Bistum Münster vorgestellt wurde, war ich sofort begeistert von der Möglichkeit in einem fremden Land ein FSJ zu machen. Also habe ich mich beworben. Das Projekt in Kigali hat mich besonders interessiert, weil wir nicht nur in der Schule helfen, sondern auch in anderen Bereich, beispielsweise der Physiotherapie, unterstützen dürfen.

Dies war bereits im Herbst 2019. Das heißt, dass ich eigentlich im Sommer 2020, direkt nach meinem Abitur, ausgereist wäre. Leider war eine Ausreise aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich. Umso mehr freue ich mich jetzt endlich in Kigali angekommen zu sein. Ich freue mich schon sehr auf die kommenden Monate und bin gespannt, welche neuen Eindrücke und spannende Erlebnisse ich mit meinen beiden Mitfreiwilligen erleben werde.

Sonntag, 1. März 2020

Karibu Tanzania

Frohes neues Jahr!  Umwaka mushya muhire!


Larissa und Ich sind einen ganzen Monat durch Tansania gereist und hatten viele schöne Erlebnisse und Momente, die wir mit Sicherheit nicht so schnell vergessen werden.

Am 15.12 sind Johann und Ida aus Uganda nach Kigali gekommen. Eigentlich war der Plan, dass Greta und Josi ebenfalls mitkommen. Sie hatten aber Probleme mit dem Visum und sind 2 Tage später angereist. Dann hieß es für uns Kigali am 19.12 zu verlassen und Dar Es Salaam kennen zulernen. Am Flughafen angekommen wurden wir von der schwülen Luft bei rund 33° C in Empfang genommen. Wir suchten uns ein Taxi und fuhren zum Holiday Hotel und bezogen unsere Zimmer, sodass wir später alle gemeinsam Essen gehen konnten. Das Restaurant war nicht nur ca. 200 Meter entfernt, es hatte auch eine Klimaanlage in den Räumen, was wir sehr genossen haben.
Neben dem Warten auf unser Essen, warteten wir außerdem auf die anderen Freiwilligen aus ganz Afrika. Die Iringis (Tansania) sollten eigentlich zeitnah nach uns in Dar Es Salaam ankommen. Jedoch hatte ihr Zug aus Sambia rund 16 Stunden Verspätung.
Nach und nach trafen alle ein und Samstagabend waren schließlich alle Freiwilligen wieder zusammen. Es gab viele Umarmungen und viele Geschichten die sich im indischen Restaurant (Ten to Ten, sehr empfehlenswert) erzählt worden sind. Alle sehr gesättigt und müde legten sich einige in ihre Betten oder auf die Dachterrasse des Hotels.
Am 22.12 ging es für uns mit der Fähre nach Sansibar. Angekommen und teilweise überwältigt von dem Anblick, gingen wir durch Stone Town und suchten unser gebuchtes Hotel.
Das Problem als wir nach unseren Zimmern fragten war, dass sie nichts von unserer Buchung wussten. Die Besitzer hatten gewechselt und sich anscheinend nicht über neue Reservierungen ausgetauscht. Ihr Angebot war, dass wir 21 Freiwillige in ihr noch nicht fertiges neues Hotel unterkommen könnten. Jedoch hätten wir mehr bezahlen müssen, was wir nicht eingesehen haben. Aber was bleibt einem anderen übrig? In der Weihnachtszeit ist Sansibar so stark besucht wie das ganze Jahr lang nicht.
Wir hatten Glück. Zufällig saß eine deutsche Frau in dem Restaurant des Hotels und bekam alles mit. Sie habe Freunde, die ein Gästehaus haben. Sie fragte für uns nach und sie hatten Platz für uns alle!!!!
Am 24.12 fuhren wir gemeinsam mit dem Bus und dem Rezeptionist an den Strand. Das Blau des Wassers und dazu der weiße Sandstrand waren einfach wunderschön. Wir liefen rund 30 Minuten dem Rezeptionist hinterher und hatten anschließend einen Strand Abschnitt für uns ganz allein. Das Laufen in der Sonne bei 35°C schwüler Luft war super anstrengend, aber dafür hat sich der Sprung ins warme Wasser gelohnt.   
Gegend Abend haben wir uns alle ein wenig hübsch gemacht, Kleider, Hemden und Blusen wurden ausgepackt. Anschließend aßen wir am Strand und genossen die kühle Luft am Abend. Nach dem Essen und ein paar Cocktails saßen wir mit drei Leuchten am Wasser im Kreis und gaben uns die Wichtel Geschenke. Länderspezifische Süßigkeiten, zu große Hüte aus Kitenge oder ein tanzender Weihnachtsbaum ließen uns fast vergessen, dass wir nicht zu Hause bei unserer Familie waren.
Die Tage nach Weihnachten verbrachten wir entweder am Strand oder mit Bummeln in Stone Town.
Das nächste große Highlight war die große Silvester Party. Mit Musik und guter Laune fuhren wir mit dem Bus dort hin und bestaunten den Nachthimmel. Unerwartet trafen wir auch andere Freiwillige aus Kigali auf der Party und konnten so alle gemeinsam ins neue Jahr feiern.


Da sich die Zeit auf Sansibar zum Ende neigte, gingen wir zum Abschied als Gruppe gemeinsam essen und luden die Frau, die uns geholfen hatte, zum Essen ein. Auch für die Mitarbeiter des Gästehauses schrieben wir eine Dankes Karte, weil der Service wirklich sehr gut war.



Zufällig trafen wir am 2.1 unsere Teamer für das Zwischenseminar am Hafen, auf dem Weg zurück nach Dar Es Salaam. Gemeinsam fuhren wir mit dem Bus nach Bagamoyo, wo unser Seminar stattfand. Wir hatten die ganze Woche festes Programm, welches sich mit unseren persönlichen Problemen, Erfahrungen und Projekten auseinandersetzte.
Teambuilding: mit verbundenen Augen
vom Strand bis in den Seminarraum laufen
Wir beschäftigten uns mit den letzten 6 Monaten, welche wir in Fieberkurven darstellen sollten. Anschließend wurden diese in Kleingruppen mit einem Teamer vorgestellt und besprochen.
Auch gab es ehrliche einzelne Projektgespräche, die die Beziehung zu den Mitfreiwilligen einmal deutlich machte. Gemeinsame Hoch- und Tiefpunkte wurden besprochen und Wünsche für den Partner geäußert.
Kolonialismus, sowie Rassismus und Privilegien wurden uns anschaulich vor Augen geführt.
Die Bäume mit den roten Blüten gelten als die
Weihnachtsbäume in Tansania
Auch gab es eine Diskussion über das Nord-Süd-Süd-Nord Gefälle, dass sich damit beschäftigt, dass mehr europäische Freiwillige nach Afrika, Lateinamerika etc. kommen als anders herum. Anschließend gab es abends dazu einen Film „Blickwechsel“, der darum handelte, den eigenen Dienst kritisch zu hinterfragen. Passend dazu mussten wir in Kleingruppen in einem kurzen Theaterstück die Vor- und Nachteile eines Freiwilligendienstes darstellen.
Es wurde auch über die verbliebende Zeit gesprochen. Jeder sollte eine SMARTE Idee vorstellen, die einem entweder persönlich oder das Projekt betrifft. Am letzten Abend wurde von einigen der Bunte Abend vorbereitet. Zwei Gruppen spielten gegeneinander Spiele wie z.B. Elefantenrennen und am Ende wurde der Konyagi-Meister gekürt. Danach wurde noch getanzt und einige sind ins Meer gelaufen. 



Am 3.1 ging es für uns alle samt Teamer zurück nach Dar Es Salaam. Dort angekommen aßen wir noch ein letztes Mal bei Ten to Ten. Anschließend trafen wir uns zum Abschied auf der Dachterrasse, wo wir unseren Teamern als Dankeschön Schokoladen Cupcakes mit Nutella Füllung schenkten. Wir hatten Glück, denn es wurde geteilt!
Im Klassezimmer der ganz kleinen im
 Matumaini center
Auch die Freiwilligen aus Ghana mussten sich verabschieden. Nach der intensiven Zeit auf Sansibar und in Bagamoyo fiel es schon ziemlich schwer, denn wir werden sie erst alle wieder beim Rückkehrerseminar im September sehen. Durch die vielen Gespräche, Aktionen und Abenden, die wir erlebt haben, sind wir noch mehr als Gruppe zusammengewachsen.
Für Larissa und mich, den Südafrika-, Uganda- und Tansaniafreiwilligen ging die Reise jedoch weiter. Wir fuhren gemeinsam mit dem Bus nach Iringa. In der Stadt wohnen und arbeiten die Tansaniafreiwilligen. Was sehr aufregend für uns war, dass wir mit dem Bus auf der 14 stündigen Busfahrt durch einen Nationalpark gefahren sind. Affen, Giraffen und einen Elefanten haben wir gesehen!
In Iringa verbrachten wir rund eine Woche, sodass wir die Chance hatten die Projekte der Anderen und weitere Schulen kennenzulernen.  Für uns war der ICT Unterricht sehr interessant. Information and Computer Technology in education erleichtert spielerisch den Kindern den Einstieg in die „Computerwelt“. Durch eine Geschichte lernen sie am Tablet das Zubehör eines Computers, Druckers, Tastatur etc. Anders als bei unserem Projekt sind bis zu 50 Kinder in einer Klasse.
Im Matumaini Center wird zum Beispiel Frauen Englisch und Nähen beigebracht. Die selbstgenähten Dinge werden vor Ort im Center verkauft.


Nach einer Woche sind wir mit den Uganda- und Südafrikanerfreiwilligen weiter mit dem Bus nach Moshi gefahren, um den Kilimanjaro zu sehen, um zu einem Wasserfall zu laufen und in heißen Quellen zu baden. Wir hatten Glück, denn unser Guide führte uns zu seinem Onkel, der frischen Kaffee röstet, welchen wir am Ende gekauft haben.
Frische Kaffeebohnen 


 

Die heißen Quellen


Am nächsten Tag sind wir mit den Südafrikanerinnen nach Mwanza, zum Viktoriasee gefahren. Dort blieben wir rund einen Tag, um früh morgens die Rückreise nach Kigali anzutreten. 





















Schließlich sind wir nach einer langen Busfahrt gemeinsam mit den Südafrikanerinnen wieder in Kigali angekommen. Wir freuen uns nun gestärkt in die zweite Hälfte unseres Jahres zu starten.



Samstag, 14. Dezember 2019

Bis zum nächsten Jahr!

Mwiriwe!!



Mittlerweile sind ganze 5 Monate vergangen. In diesen Monaten ist einiges passiert und wir haben gelernt, dass scheinbar schwierige Situationen oft recht einfach zu lösen sind. Wir beide haben Malaria überstanden und sind wieder vollkommen gesund. Bettwanzen wurden vernichtet und die Tage haben wir bei einer guten Freundin verbracht. Außerdem  wird bald die Regenzeit beendet sein und die Gefahr auf einer Moto-Fahrt klitschnass zu werden, wird somit geringer. 
 Ruandischer Zirkus 

Vom 21.11 bis zum 4.12 war die "Made in Rwanda Expo". In diesem Zeitraum stellen Unternehmen, Marken oder kleine Läden ihre Produkte vor. Vor Ort kann man auch traditionelle Sachen wie Kitenge Kleider, Hüte, Shirts, Taschen und vieles mehr kaufen. Essen wie Brouchette (Fleischspieß; Ziege, Rind, Hühnchen) und gewürzte Kartoffeln werden angeboten.

                                         






Auch im Center gibt es Neuigkeiten! Wir haben gemeinsam mit unserem Physiotherapeuten neue Krücken für Cynthia gekauft. Das Problem bei ihren alten war, dass diese nur aus Holz bestehen, nicht verstellbar sind und somit zu klein wurden. Durch die zu kleinen Krücken nahm sie eine gebeugte Haltung beim Laufen ein und belastete einen Nerv in der Achsel zu stark. Da dieser Nerv mit der Hand verbunden ist, hätte sie in Zukunft Probleme mit ihrer Hand bekommen können.
Des Weiteren haben wir einen Kindersitz gekauft, der dafür sorgen wird, dass Fred in Zukunft eine bessere Haltung im Rollstuhl hat. Er hat starke Probleme mit dem Atmen und durch die Gurte des Sitzes kann er besser stabilisiert werden.
Vermutlich werden in nächster Zeit mehr Rollstühle umgebaut/neu gekauft werden müssen, da die Kinder zu groß werden.
 

Cynthia mit ihren neuen Krücken
   













Vor unserer großen Reise sind wir Ende November mit zwei Freunden nach Nyanza gefahren und haben andere Freiwillige besucht. Nach 2h30 Fahrt wurden wir von ihnen am Bahnhof abgeholt und besuchten den Kings Palace. Wir übernachteten bei Florian, der als Freiwilliger bei einer Gastfamilie lebt. Seine Gasteltern besitzen eine Farm in Nyanza, auf der er arbeitet. Am nächsten Tag standen wir früh auf und Florian nahm uns mit zu seiner Arbeit. Wir halfen mit Haken rund 2h beim Unkraut jäten auf dem Kohlfeld. Glücklicherweise war es bewölkt, denn auf den Feldern ist ja kein Schatten und trotzdem ist man ins Schwitzen gekommen. Danach fütterten wir gemeinsam die Fische in den Teichen und anschließend zeigte er uns die ganze Farm. Schweine, Kühe, Fische, Hasen und Krabben sind ein Bestandteil der Farm. Auch Avocado-, Mango und Orangenbäume, sowie verschiedenste Kräuter und Chilipflanzen etc. werden angebaut. Seine Gasteltern erschaffen durch die Farm viele Arbeitsplätze und versorgen die Familien mit Strom. Teilweise gekaufter, aber auch eigener Solarstrom wird genutzt. Zu Weihnachten gibt es für die Familien auch mal eine Kuh oder ein Schwein.
Nach zwei Nächten in Nyanza fuhren wir ca.1h weiter nach Huye.
Dort besuchten wir das National Museum Ruandas und konnten so noch mehr über die Geschichte Ruandas lernen.
 Ein paar Eindrücke des Wochenendes:

Kings Palace





Haupthaus des Königs


Fischteiche

Für uns beiden geht es am 19. Dezember für zwei Tage nach Tansania in die Hauptstadt Dar es Salaam. Dort werden wir die anderen 22 Freiwilligen aus unserer Organisation endlich wiedersehen. Anschließend fahren wir zusammen mit der Fähre nach Sansibar, um dort Weihnachten und Silvester zu verbringen. Außerdem können wir uns auf die kleinen Geschenke unserer noch unbekannten Wichtel freuen!!!
Am 3. Januar beginnt dann auch schon unser Zwischenseminar für eine Woche in Bagamoyo. Dort werden wir über unsere Erfahrungen sprechen und was nach dem Freiwilligendienst kommt.
Nach dem Seminar haben wir geplant die Projekte in Tansania zu besuchen.

Wir werden vermutlich Ende Januar wieder in Kigali sein und werden dann im Februar ausführlich über unsere große Reise berichten.
Bis dahin alles Gute, fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!!!
                                    


4 Kg Mehl...


Ein paar Kekse für unsere Erwachsenen
und Kinder im Center 



Stand together for change

Hallo zusammen,

wie schon im letzten Blogeintrag angekündigt möchte ich hier einmal das Projekt unseren alten Physiotherapeuten Sylvain genauer vorstellen. Nachdem Sylvain Ende August aufgehört hat bei uns im Center zu arbeiten, hat er sich einem neuen Projekt gewidmet. Das Projekt nennt sich "together for change" und richtet sich an Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen und deren Familien in Ruanda, um ihre Lebensqualität im Allgemeinen zu verbessern.


Nach Sylvain sei das Problem, dass Kinder mit Behinderungen in Ruanda, größtenteils nur von ihrer Familie umgeben sind. Auch wenn Ruanda in Sachen Integration große Fortschritte gemacht hat, begegnen Kinder mit Behinderungen immer noch Problemen wie Stigmatisierung und Ignoranz gegenüber ihrer Rechte. Besonders die Schulzeit stelle für die Kinder eine große Hürde dar. Gründe dafür seien die Armut vieler Familien, fehlende Rehabilitationsmöglichkeiten oder allgemeine Umweltfaktoren, wie Lacks an ihren Rollstühlen. 
Sylvain hat im Rahmen diese Projekts schon einige Familien besucht. Auf dem folgenden Bild sieht man eine Mutter mit ihrem vier Jahre alten Sohn. Der Junge leidet an einer infantilen Zerebralparese, also einer Störung des Nervensystems und der Muskulatur, woraus eine Bewegungsstörung resultiert. Er hat noch zwei weitere Geschwister und seine Familie hat nicht viel Geld. Daher haben sie nicht die Möglichkeit  ihm nötige Mittel, wie einen Rollstuhl oder Physiotherapie zu bieten. Dadurch muss er zu Hause bleiben und hat nicht die Möglichkeit in die Schule zu gehen oder sich in die Gesellschaft zu integrieren. 

 Sylvain möchte mit seinem Projekt Familien in solchen Situationen helfen. Durch Hausbesuche sollen diesen Familien Rehabilitationsdienste (Physiotherapie) garantiert werden. Dabei will er die Eltern weiterbilden und ihnen ihre Verantwortung bewusst machen. Außerdem möchte ein Center aufbauen in dem sich die Eltern, Kinder und Spezialisten treffen können, um in den gemeinsamen Austausch zu gehen und Trainings anzubieten, um den Eltern verschiedene Dinge zu demonstrieren.
Die Aufgaben des Projekts sind die Identifikation der Behinderung, die Identifikation von armen Familien (die besondere Förderung benötigen), Trainingseinheiten, Einheiten über Gewalt und Rechte der Person mit einer Behinderung und die Garantie der Einleitung und Durchführung für die Familien.
Dafür wird es einen Projekt Koordinator, einen Sozialarbeiter (für die Treffen und den Austausch mit den Familien), einen Physiotherapeuten(zur Rehabilitation und zur Demonstration für die Familien) und einen Trainer, (der Trainings anbieten soll über soft skills, wie Schneidern, Schmuckdesign, Anbau- oder Landwirtschaftliche Projekte)
Die Ziele des Projekts sind vor allem das Bewusstsein über Kinder mit Behinderungen zu steigern, besonders im Cyeza Sector (welcher im Muhanga District, Sylvains Wohnort und Sitz des Projektes, die größte Häufigkeit von Kindern mit Behinderungen hat) die Kinder in ihrer Bildung, Gesundheit und Kultur zu fördern durch soziale Integration und Rehabilitation und den Eltern durch nachhaltige Unternehmen ein sicheres Einkommen zu schaffen.
Um das Projekt langfristig bestehen zu lassen, werden sich lokale Menschen, Interessengruppen, wie NGOS und Unternehmen aktiv beteiligen. Die Ressourcen der Spenden oder Mitgliedsbeiträge der Interessengruppen, Einzelpersonen und Institutionen werden genutzt, sodass verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten bestehen.
Sylvain würde sich sehr über weitere Geld- sowie Materialspenden und Anregungen und Ideen freuen. Wer Interesse hat kann sich gerne mit ihm in Kontakt setzen mit folgender Email Adresse: standtogether98@gmail.com. 
In Zukunft wird wahrscheinlich ein weiterer Blogeintrag zu diesem Projekt folgen, da wir Sylvain nächstes Jahr auch mal begleiten wollen.
Liebe Grüße aus Ruanda!

Sonntag, 8. Dezember 2019

Neuigkeiten im November

Hallo zusammen,

in der letzten Zeit ist wieder viel passiert, weshalb wir uns auch jetzt erst wieder melden. Nachdem uns im Oktober beide eine kleine Krankheitsphase eingeholt hatte, starteten wir danach wieder durch. Anfang November schafften wir es schließlich, nach langer Planung, unseren alten Physiotherapeuten, Sylvain, in seinem zu Hause in Muhanga zu besuchen. Ursprünglich war geplant den Ausflug gemeinsam mit unserer Lehrerin Constantine und unseren Physiotherapeuten Damascene zu unternehmen, allerdings änderten sich die Pläne vorher leider und so fuhren wir zu zweit. Nach ca. 1,5 Stunden Busfahrt erreichten wir Muhanga. Vor Ort holte uns Sylvain bei strahlenden Sonnenschein vom Busbahnhof ab. Wir hatten uns viel zu erzählen und freuten uns sehr über das Wiedersehen. Außerden konnten wir Sylvains Familie und insbesondere seinen Neugeborenen Sohn kennenlernen, was uns sehr freute.
Sylvain und seine beiden Söhne

Wir und Sylvains Familie vor seinem Haus
Außerdem erzählte Sylvain uns viel über sein neu gestartetes Projekt. Es nennt sich "Stand together for change" und soll Familien mit Kindern mit Behinderungen unterstützen. Der Fokus dabei liegt auf der Verbesserung der Lebensqualität für die Kinder und den Rest der Familie. Da sich das Projekt noch in den Startlöchern befindet und wir Sylvain gerne dabei unterstützen würden seine Idee zu verbreiten und das Projekt zu fördern werden wir es in einem weiteren Blogeintrag noch einmal genauer vorstellen.
Ein großer Fortschritt in der letzten Zeit für unser Center war der Umbau unserer Sanitäranlagen. Marie und Juliane organisierten dieses Projekt in Zusammenarbeit mit der "Jumelage", dem Koordinationsbüro des Partnerschaftsvereins Rheinland-Pfalz/Ruanda in Kigali.Schließlich konnte dieses Projekt jetzt verwirklicht werden. Wir und vor allem die Bewohner freuen sich sehr darüber. Die neuen Sanitäranlagen sind jetzt überdacht, sodass auch Regen nicht stören kann. Des Weiteren sind sie für alle Größen geeignet, wesentlich moderner und behindertengerecht. 
 


Überblick aller Toiletten


Des Weiteren haben wir uns sehr gefreut, dass Didier, einer unserer Bewohner, ins Center zurück gekehrt ist. Im letzten Blogeintrag haben wir noch davon berichtet, wie wir ihn im Krankenhaus besucht haben, da er am Fuß operiert wurde. Inzwischen kann er gut alleine laufen, aufstehen und sich hinsetzten.Wir konnten ihn nun schon etwas mehr kennenlernen und erlebten ihn bisher als eine sehr lebensfrohe Person und freuen uns auf die weitere Zeit mit ihm.

Didier in der Klasse
Mitte November konnten wir außerdem ganz spontan unseren ersten Besuch in Kigali empfangen. Die vier Freiwilligen aus Uganda mussten wegen Visa-Problemen spontan für ein paar Tage bei uns einziehen. Im Schnelldurchlauf zeigten wir ihnen Kigali und genossen die Zeit zusammen. Freitags gingen wir dann alle zusammen zum Center und zeigten ihnen unsere Arbeit. Die Bewohner sowie Constantine und Damascene, freuten sich sehr über den Besuch. Morgens malten wir alle zusammen in der Klasse und am Nachmittag konnten wir bei gutem Wetter draußen spielen.
Die Uganda-Freiwilliligen und wir mit Constantine im Center
 Am selben Tag fand außerdem ein traditioneller Freiwilligenempfang für die weltwärts Freiwilligen und Entwicklungshelfer aus Ruanda statt. Hierbei konnten wir bereits viele bekannte Freiwillige wiedertreffen und Neue kennenlernen. Am Samstag und Sonntag wurde zudem ein deutscher Weihnachtsmarkt veranstaltet, wobei wir beim Glühwein ausschenken halfen. Bei dem leckeren Glühwein, vielen Verkaufsständen, Weihnachtsmusik und gutem Essen, kam sogar bei rund 25 Grad etwas Weihnachtsstimmung bei uns auf.
Am Glühweinstand
Ein Foto mit weiteren Freiwilligen und dem Weihnachtsmann


Das wars erstmal mit dem November. Liebe Grüße aus Ruanda!